Dir En Grey - The Marrow Of A Bone - Cover
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Dir En Grey The Marrow Of A Bone


  • Label: Ga Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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10 1 8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Dir En Grey sind momentan weltweit ohne Zweifel die erfolgreichste japanische Band. Nachdem sie mit zahlreichen Hitalben den asiatischen Raum eroberten, holten sie vor zwei Jahren zum Schlag gegen den Rest der Welt aus. Der Erfolg scheint ihnen recht zu geben: In Amerika und Europa stiegen die Verkaufszahlen deutlich an und alle Tourneen waren restlos ausverkauft. Bei den „MTV Headbangers Ball Awards“ setzten sie sich in der Kategorie „Bestes Metal Video 2006“ sogar gegen Konkurrenten wie Slayer durch.

Die auch auf dem Album enthaltene Single „Agitated Screams Of Maggots“ (auf den Songtitel wären Cradle Of Filth stolz), welche im letzten Dezember erschien, machte schon einmal mächtig neugierig. Mit einer bisher ungekannten Inbrust dreschen die vier Instrumentalisten auf Gitarre, Bass und Schlagzeug ein, während Shouter Kyo der Bezeichnung „kleiner Wutbrocken“ alle Ehre macht. Melodien sind hier Fehlanzeige. Der englische Text (ohne Booklet trotzdem weitgehend unverständlich) steckt voller Wut und Schmerz.

Mit dieser Nummer im Kopf würde man nicht unbedingt damit rechnen, dass ein relativ ruhiger Song wie „Conceived Sorrow“ am Anfang von „The Marrow Of A Bone“ stünde, doch stimmt dieser perfekt auf die Atmosphäre des Albums ein. Das Piano und der theatralische Gesang bauen eine düstere, irgendwie bedrohliche Atmosphäre auf. Die aufgebaute Spannung entlädt sich dann mit einem Mal in dem folgenden „Lie Buried With A Vengeance“, das gänzlich von der fetten Gitarrenwand und Kyos gekrächzten Vocals dominiert wird.

Bei „The Fatal Believer“ kommen dann wieder einige Melodien und cleaner Gesang ins Spiel, insgesamt ist der Song solide, geht aber zwischen all den anderen aufreibenden Songs etwas unter. Völlig außer Kontrolle scheint Kyo bei „Grief“ zu geraten. Hier lotet er alle Facetten seines Gesangs aus. Er schreit, flüstert, singt und wispert. Die Gitarristen Kaoru und Die benutzen in der Begleitung einige ausgefallene Tonarten.

Die folgenden Songs setzen das Konzept „anspruchsvolle Härte“ dann erfolgreich fort, „Disabled Complexes“ sticht durch seine jazzige erste Hälfte besonders hervor. Allgemein beherrschen es Dir En Grey in Perfektion originelle Spannungsbögen aufzubauen und somit den Hörer an die Songs zu fesseln. Einzig wirklicher Ruhepunkt und gleichzeitig Highlight des Albums stellt „Namamekashiki ansoku, tamerai ni hohoemi“ dar, welches relaxt mit sanften Akustikgitarren und jazzigem Spiel der Rhythmussektion daherkommt. Im Gegensatz wirkt das ebenfalls eher ruhigere „The Pledge“ danach etwas flach. Die letzten drei Lieder drehen dann aber wieder was Härtegrad und Klasse angeht auf, besonders der schließende Hassbolzen „Clever Sleazoid“ ist ein Kracher erster Kajüte mit einem intensiven Refrain.

Sind die letzten Takte des Album verstummt fragt man sich, warum Dir En Grey eigentlich so erfolgreich sind, ist ihre Musik doch eigentlich alles andere als massenkompatibel. Doch scheinen Diru (wie sie von ihren Fans genannt werden) einen Nerv getroffen zu haben. Verdient haben sie den Erfolg auf jeden Fall.

Anspieltipps:

  • Lie Buried With A Vengeance
  • Agitated Screams Of Maggots
  • Namamekashiki ansoku, tamerai ni hohoemi
  • Clever Sleazoid
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