Tom Gaebel - Good Life - Cover
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Tom Gaebel Good Life


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein wuchtiger Big-Band-Sound, produziert in bester Hollywood-Manier.

„Bei Tom Gaebel klingen bekannte Dinge neu und das Neue wirkt angenehm vertraut“ erklärt Edel Records zur Veröffentlichung des zweiten Longplayers „Good life“ von Jazz-Sänger Tom Gaebel. Damit hat das in Hamburg ansässige Label gar nicht einmal so unrecht, da vieles auf dem Nachfolger zu „Introducing: myself“ (10/2005) klingt, als wäre jeder Song eine Neuinterpretation eines Klassikers. Erst bei genauerem Hinsehen bzw. Hinhören merkt man, dass mit Ausnahme von „One day I´ll fly away“ die restlichen Stücke aus der Feder von Tom Gaebel stammen, der sich die Musik seiner Vorbilder, allen voran Frank Sinatra, mit dem er sogar eine gewisse stimmliche Ähnlichkeit teilt, zu Herzen genommen und gründlichst studiert hat.

Ein wuchtiger Big-Band-Sound, produziert in bester Hollywood-Manier und ein den Text mal schmetternd mal sensibel hauchend, gefühlvoll betonender Tom Gaebel – Was will man mehr? Nun, vor allem einmal Innovationen, Spannung und Intensität. Von letzterer kann Herr Gaebel zwar einiges bieten, die ersten zwei Punkte umschifft er jedoch galant. Es scheint ganz so als würde er lieber auf Nummer sicher gehen und keine allzu gewagten Kompositionen auf die Menschheit loslassen, stattdessen versorgt er die Fangemeinde lieber mit einer konsequenten Fortführung seines Erstlings, auf dem noch zu etwa 70% Coversongs enthalten waren.

Daher liefert „Good life“ keine neuen Akzente im Jazz/Swing-Bereich, Pluspunkte schüttelt der gebürtige Gelsenkirchener dennoch einige aus dem Ärmel, denn im Gegensatz zu seiner Performance auf der DVD „Tom Gabel and his Big Band – Live in concert“ (11/2006) wirkt der Deutsche wesentlich gesetzter, lockerer und weniger verbissen gute Figur zu machen. So gefällt er als Entertainer deutlich mehr und gemeinsam mit der souveränen Darbietung seines Big Band-Orchesters formt er letzten Endes doch ein Album, das zwar keinen Innovationspreis gewinnt, aber auf deren Richtung er aufbauen sollte. Denn je mehr Eigenkomposition er schreibt, desto eher wird Gaebel seinen eigenen Stil finden und das ist sicherlich spannender als nur Sinatra nachzueifern!

Anspieltipps:

  • Dancing Senorita
  • My Song To You
  • Catch Me If You Can
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