The Ataris - Welcome The Night - Cover
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The Ataris Welcome The Night


  • Label: Sanctuary Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Okay, 14 Jahre lang hat die Veröffentlichung von “Welcome the night” nicht gedauert, aber durch die dauernden Verschiebungen und das nicht still stehend wollende Personenkarussell blitzten nicht nur einmal schaurige Gedanken an ein „Chinese democracy“ auf, die sogar in bittere Resignation mündeten, der Nachfolger zu „So long, Astoria“ (03/2003) würde womöglich nie erscheinen. Glücklicherweise erwies sich The Ataris-Oberhaupt Kristopher Roe (Gesang, Gitarre) als besonders starrköpfig und werkelte unbeirrt am sukzessiven Longplayer weiter, den ganzen Ausstiegen seiner Bandmitglieder und der Auflösung des Vertrages mit Columbia Records (das Label sollte mit Epic zusammengelegt werden) zum Trotz.

Nachdem Roe sein eigenes Label Isola Recordings in Zusammenarbeit mit Sanctuary Records gegründet hatte wurde auch ein fixes Veröffentlichungsdatum angegeben, wodurch „Welcome the night“ nun erst 2 Jahre später als geplant und mit sieben (John Collura (Gitarre, Piano), Paul Carabello (Gitarre, Perkussion), Sean Hansen (Bass, Perkussion, Schlagzeug), Shane Chickeles (Schlagzeug), Angus Cooke (Cello) und Bob Hoag (Piano, Keyboard, Mellotron, Perkussion) + Kristopher Roe an Mikro und Gitarre) statt den üblichen vier Mann an Bord erscheint. Ob dieses terminliche Hin und Her und die Unsicherheit auf einen Fortbestand der Gruppe den Ausschlag gaben, dass „Welcome the night“ das melancholischste und bislang zaghafteste (und ganz und gar nicht punkige) Album der Jungs aus Indiana ist, scheint jedenfalls nicht weit hergeholt, waren persönliche Ereignisse schon immer die Triebfeder von The Ataris.

Doch bevor es mit dem musikalischen Gesinnungswandel losgeht, eröffnet „Not capable of love“ die Platte schmackhaft in lautstarker Manier und „Cardiff-by-the-sea“ zeichnet sich durch die flirrenden Gitarren und die sanfte Stimme Roes aus, wodurch zumindest zwei Reminiszenzen mit den Vorgängern hergestellt sind, denn in weiterer Folge offenbart bereits dieser Track eine schwermütige und verzweifelte Atmosphäre. „New Year´s day“ holt noch einmal mit beherztem Schmackes aus, doch „Secret handshakes“ rückt mit schwelgerischen Streichern und der Zeile „Marble stairs in this cathedral / Built by these hands five hundred years before“ eindeutig die Elegie und die Vergänglichkeit in den Vordergrund. 2 Minuten später erdrückt die düstere Stimmung den Hörer und Roe ächzt „Get out, get out, get out! / The fire´s burning and our bodies burn to ashes / They´ll be scattered to the four winds of heaven”, forciert durch eine im Hintergrund nicht gerade von Optimismus durchströmte, ekstatische Instrumentenkollision.

Nein, viele freundlich gesinnte Lichtblicke gibt es auf „Welcome the night“ nicht und selbst der Albumtitel bekommt eine ganz andere Bedeutung nachdem Tracks wie „And we all become like smoke“ oder die mit voller Sehnsucht durchströmten „From the last, last call“, „When all else fails, it fails“ oder „A soundtrack for this rainy morning“ durch die Lautsprecher geströmt sind. Und trotzdem machen The Ataris eine gute Figur, selbst wenn man sich ein bisschen mehr Optimismus gewünscht hätte. Den bekommt man jedoch erst wieder in der letzten Zeile: „Maybe I´ll greet sunlight after all“ - Auf jeden Fall ein sehr interessanter Wandel für eine ehemals fetzige Punkrock-Combo.

Anspieltipps:

  • Secret Handshakes
  • Not Capable Of Love
  • From The Last Last Call
  • And We All Become Like Smoke
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