Maroon 5 - It Won´t Be Soon Before Long - Cover
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Maroon 5 It Won´t Be Soon Before Long


  • Label: A&M/Universal
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Den auf ihrem Debüt eingestreuten, zu Recht kritisierten Alibi-Rockklängen haben Maroon 5 vollständig abgeschworen.

Obwohl von Maroon 5s Debütalbum „Songs About Jane“ (06/2002) weltweit mehr als zehn Millionen Einheiten abgesetzt wurden, erscheint das zweite Studiowerk „It Won’t Be Soon Before Long“ nicht mehr beim Majorlabel J Records/SonyBMG, sondern kommt über A&M Records/Universal in die Läden. Was ist denn da los? Welche Firma lässt bitteschön so einen Goldfisch freiwillig von der Angel? Bestimmt keine! Doch könnte es vielleicht sein, dass hier eine verdammt schlaue Band die Zeichen der Zeit für sich erkannt hat und ihren alten Vertrag mit zwei Live-Alben („1.22.03 Acoustic“ und „Live: Friday The 13th“) hoppla hopp auslaufen lief, um mit einem in heutigen Zeiten unvorstellbaren Verkaufserfolg im Rücken einen neuen Megadeal auszuhandeln? Der Verdacht liegt nahe. Und der Schachzug wäre genial.

Dass sich Maroon 5 mit ihrem Zweitwerk eine richtig teure Produktion leisten konnten, hört man allen Songs auf „It Won’t Be Soon Before Long“ an. Im Stile einer amtlichen Dicke-Hose-Hi-Tech-Produktion, bei der Maroon 5 von den bekannten Studiogrößen Eric Valentine (Queens Of The Stone Age, Taking Back Sunday, Good Charlotte), Mike Elizondo (Fiona Apple, Eminem, P!nk), Mark Stent (Gwen Stefani, Marilyn Manson, Björk) und Mark Endert (Madonna, Fiona Apple, The Fray) unterstützt wurden, wird der Hörer von einem wohlig-satten Breitwandsound eingewickelt, der zu dem neuen musikalischen Stil der Jungs aus Los Angeles wie die Faust aufs Auge passt.

Den auf ihrem Debüt eingestreuten, zu Recht kritisierten Alibi-Rockklängen haben Sänger Adam Levine, Neu-Schlagzeuger Matt Flynn, Gitarrist James Valentine, Bassist Mickey Madden und Keyboarder Jesse Carmichael vollständig abgeschworen. Das ist ehrlich und macht die Jungs – wenn auch verspätet – sympathisch. Denn eines ist klar: Eine Band wie Maroon 5 darf sich nicht an Stilarten anbiedern, die ihnen nicht aus dem Herzen sprechen. Und deshalb ist „It Won’t Be Soon Before Long“ ein 100%iges Gute-Laune-Bekenntnis zum Mainstream und Radio-Pop.

Für viele ist dies gewiss eine Horrorvorstellung, aber das sind nun mal die Bedingungen für Maroon 5 anno 2007. Doch lässt sich der geneigte Hörer darauf ein, bekommt er 45 Minuten lang feinste Sommermusik geboten, die höllisch groovt, funky ist und zum Tanzen einlädt („Makes me wonder“). Und wie auf Bestellung erklärt Sänger Adam Levine: „Wir sind in den vergangenen Jahren zu einer eigenständigen Band avanciert, und ich glaube, dass die Leute an diesem Album erkennen werden, wer wir wirklich sind“ – und schürt damit den Verdacht, dass das alte Label vielleicht einen Tick zu sehr in die musikalischen Belange der Band reingeredet hat.

Ab und zu gerät der Spaß zwar etwas seicht („Nothing lasts forever“) und auch der nasale Falsettgesang (?!) von Herrn Levine ist hin und wieder gewöhnungsbedürftig („Wake up call“). Doch Hits wie „Won’t go home without you“, absolut konsequente Zuckerballaden wie „Goodnight, goodnight“ (danach unbedingt die Zähne putzen!) und hypnotische Zappelbudengroover im 70er-Jahre- bzw. Jamiroquai-Stil wie „Kiwi“ (bester Song des Albums!) entschädigen für diese minimalen Kritikpunkte. Fazit: „It Won’t Be Soon Before Long“ ist eine positive Überraschung, sofern man mit der „richtigen“ Erwartungshaltung an die Platte herangeht.

Anspieltipps:

  • Kiwi
  • Makes me wonder
  • Goodnight, goodnight
  • Won’t go home without you
  • If I never see your face again
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