The Defectors - Bruised And Satisfied - Cover
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The Defectors Bruised And Satisfied


  • Label: Bad Afro Rec./CARGO
  • Laufzeit: 38 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Licht und Schatten. Bloodsucking Zombies From Outer Space, Frankenstein Drag Queens From Planet 13, The Undead oder Miguel And The Living Dead. Alle diese mit solch „freundlichen“ und „gemütlichen“ Namen versehenen Bands stehen für eine Musiknische, die sich Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre entwickelt hat und sich schließlich als so genannter Horrorpunk etabliert hat.

Die im Vergleich zu „Shadow Reichenstein“ oder „Frankenstein“ fast schon zu normal klingenden The Defectors werden seit geraumer Zeit als dreckigste Garage und Dark Punkband Dänemarks gehandelt. Nach einer Globusumspannenden Tour durch Nord- und Mitteleuropa, sowie zweimal durch Nord- und Südamerika haben die gruseligen Dänen mal wieder Halt gemacht, um im Bandeigenen Friedhofstudio ihre neue Platte „Bruised And Satisfied“ aufzunehmen. Zwei Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung „Turn Me On“ erscheint nun ihr bereits viertes Studioalbum, mit dem uns wieder einmal das Fürchten gelehrt werden soll. Aber mal ehrlich! The Defectors sind genauso furchteinflößend wie eine mit Pokemon-Karten bewaffnete Fünfjährige.

Bereits das Intro lässt Schlimmstes erahnen. Eine an Jahrmarktsgeisterbahnen erinnernde Gruselstimme warnt uns vor den mit grauenhaften und unheimlichen Songmonstern voll gepackten kommenden 38 Minuten. Aber die erste Überraschung lässt Satan sei Dank nicht lange auf sich warten. „Creepy Crawl“ ist ein tanzbarer, düsterer, an die horrorartigen B-Movies der 1970er Jahre erinnernder Rocksong. Auch „Dancing Ghouls“ und „Ressurection“ versprühen einen gewissen Charme, den sie durch die eine geisterhaft anmutende flirrende Orgel, dunkle raue Vocals und einen zum bangen verleitenden Zombiesound beziehen. Das melodiöse und aufs Gaspedal des Leichenwagen tretende Rock’n’Roll-Stück „Gettin It On“ und der nicht nur durch seinen Titel überzeugende und ferner coolste Partytrack des Albums „Fuck You 'Cause You're Lookin' Good“, gehören eindeutig zu den lichten Momenten eines sonst eher klapprigen und auch zum Teil mit gräulich dahin geplärrten Nummern versehenen Albums. Merke: Auch der grässlichste Gesang garantiert nicht automatisch eine Gänsehaut! Dennoch ist zu resümieren, dass die Defectors hier und da auch grundsoliden Garage Rock abliefern. „The Final Thrill“ und „Lose It“ gehen ein hohes Tempo und sorgen zumindest für kurzweilige Unterhaltung.

Dennoch täuschen die rar gestreuten Highlights nicht über ein durchschnittliches Hörerlebnis hinweg. Viel zu oft streckt man den Zeigefinger Richtung Skiptaste, um die sich allzu oft von Songstruktur, schrillen „Geistertönen“ und in ihrem Grundrhythmus ähnelnden Füller zu überspringen. Mit so einer Darbietung werden wohl nur wenige hart gesottenen Zombies aus ihren Gräbern hervorzulocken sein.

Anspieltipps:

  • Creepy Crawl
  • Gettin' It On
  • Fuck You 'Cuase You're Lookin' Good
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