Danny Cohen - Shades Of Dorian Gray - Cover
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Danny Cohen Shades Of Dorian Gray


  • Label: Anti Records/SPV
  • Laufzeit: 62 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Danny Cohen soll der Legende nach schon 40 Jahre Musikschaffender sein, ohne das man dafür Beweise aufführen könnte. Es gibt keine eigene Website über ihn und bis auf die Label-Homepage sind kaum weitere Informationen in den Weiten des Internet zu finden, so dass einem der Pressetext gelegen kommt und Danny Cohens drittes Album auf Anti Records (u. a. Tom Waits, Solomon Burke und Merle Haggard) mit einem vollendeten Gemälde vergleicht. Doch für den Hörer dürfte „Shades Of Dorian Gray“ eher nach einem skizzenhaften Rohentwurf klingen, so wie es sich zerrissen und nahezu abweisend den Weg an die Oberfläche bahnt, um nach eingehender Beschäftigung manche Glanztat zu offenbaren.

Der teils gepresste und größtenteils fragile Gesang, dem der Groll auf die Stimmbänder geschrieben zu sein scheint und beim ersten Hören noch Fragezeichen zurücklässt, manifestiert sich nach gewisser Zeit zum ausdrucksstarken Mittelpunkt des Albums. Während die Instrumentierung des Openers „ Prayer In The Black And White“ aus Bläsern, Percussions und rauen Akustik-Gitarren ein trauriges, aber irgendwo faszinierendes Stelldichein der schrägeren Töne gibt, behauptet sich Cohens Stimmvolumen besonders zum Ende des Songs als theatralischer Bastard, dem ein wahrhaft sonderbarer Zauber innewohnt. Die Atmosphäre bleibt auch bei den folgenden Stücken äußerst dunkel und mystisch verklärt, so dass immer wieder der Nebel aus Orgeln, Geigen, Bläsern und akustischen Gitarren die Sicht auf das Wesentliche von „Shades Of Dorian Gray“ zu verschleiern droht.

Doch die verschleierten Sounds sind durchaus gewollt , was auch die LoFi-Aufnahme und das auf Schrägheiten spezialisierte Anti-Label noch einmal hervorheben, und forcieren den andersartigen Charme. Hier ist der Pop noch weit von der Garde der Singer/Songwriter entfernt und wird durch spielerische, scheinbar disharmonische Schnörkel auf Distanz gehalten, wobei zugegebenermaßen die eingängigeren Stücke wie „Devil Brat“ und „Palm Of My Hand“ noch die längste Haltbarkeit ausgewiesen bekommen und am stille Rebellion ausstrahlendem Drumherum der Entdeckergeist gelegentlich zu scheitern droht.

Anspieltipps:

  • Devil Brat
  • Palm Of My Hand
  • The Prophecy
  • The Fall
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