Thunderstone - Evolution 4.0 - Cover
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Thunderstone Evolution 4.0


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das war wohl nichts, Thunderstone! Die finnische Melodic Power Metal-Band wollte in die Fußstapfen von Lordi treten und den diesjährigen Eurovision Songcontest für sich entscheiden. Das Los, Finnland bei dem jährlichen Spektakel zu vertreten, bekam jedoch Hanna Pakarinen (Song „Leave me alone“), eine in unseren Breitenkreisen unbekannte finnische Sängerin. Zumindest konnten Pasi Rantanen (Gesang), Nino Laurenne (Gitarre), Kari Tornack (Keyboard), Titus Hjelm (Bass) und Mirka Rantanen (Schlagzeug) die Pseudo-Wichtel von Lovex (aktuelles Album „Divine insanity“) abhängen und landeten auf dem undankbaren, zweiten Platz in der Vorausscheidung.

Trotz dieser Enttäuschung haben die Finnen einen vierten Longplayer eingespielt, der mit dem zahnlosen Hardrock von Lordi jedoch nicht viel gemeinsam hat, ballert der Fünfer seine Songs schließlich lieber mit enormen Druck aus den Boxen. Das machen sogleich „Forevermore“ und „Roots of anger“ vor, „Evolution 4.0“ soll wohl nur so etwas wie eine stimmige Einleitung darstellen. In „10.000 ways“ knallen einem Thunderstone zusätzlich schreddernde Riffs um die Ohren, sodass der vor Schmalz triefende Schnulzen-Metaltrack „Holding on my pain“ als Verschnaufpause gerade recht kommt, selbst wenn diese Darbietung nicht gerade auf der positiven Seite vermerkt wird.

Episch geht es mit „Down with me“ weiter, wenn das 7-Minuten lange Stück mit wunderbaren Keyboardmelodien der Marke Rainbow aus „Rising“-Zeiten (1976) angereichert wird und sich zu einem wirklich spannenden Stück Melodic Metal mausert. Dafür hat es „Face in the mirror“ wieder gnadenlos auf die Charts abgesehen, während „Solid ground“ Blastbeats wie auf dem letzten Stone Sour-Output „Come what(ever) may“ (2006) serviert und trotzdem eine Spur zu spät über die Zielgerade brettert. Weniger ist manchmal eben doch mehr. „The source“ atmet durch die unterstützenden Keyboardfills zu Beginn kurz Dream Theater-Luft, die jedoch schnell in Standardkost umschlägt, aber immerhin einen genialen Zwischenteil mit ein paar Instrumentensolos bietet.

Zum Abschluss schleppen sich Thunderstone in „Great man down“ noch durch 5 Minuten aufgewärmtes Allerlei der bisherigen Platte, diesen Song hätten sie sich ruhig sparen können. Was bietet „Evolution 4.0“, der Nachfolger von „Tools of destruction“ (2005), also unterm Strich? Deutlich mehr Power als Lordi, aber trotzdem kranken die Songs an ihrer massenkompatiblen Ausrichtung. Das ist direkt schade, denn bei dieser mächtigen Produktion und diesen donnernden Blastbeats hätte mehr drin sein können.

Anspieltipps:

  • Swirled
  • Solid Ground
  • Down With Me
  • Roots Of Anger
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