Richie Spice - In The Streets To Africa - Cover
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Richie Spice In The Streets To Africa


  • Label: Groove Attack
  • Laufzeit: 57 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Bewertung von Reggaeplatten läuft größtenteils über die stimmlichen Qualitäten des jeweiligen Künstlers ab. Denn der Reggaesound wird durch wenige immer wiederkehrende Riddims bestimmt. Umso wichtiger ist es, dass der Künstler kreative und innovative Texte singt und diese in seiner eigenen Form präsentiert. Viele folgen auf diesem Weg noch immer den Spuren von Bob Marley. Nur Wenige schaffen den Sprung zum Reggae-Individuum.

Richie Spice jedoch, der mit bürgerlichem Namen Richell Bonner heißt, befindet sich ganz oben auf der derzeitigen Roots-Spitze. Mit seinem neuen CD/DVD-Album „In The Streets To Africa“ befindet sich Spice auf dem besten Weg „die“ Reggaeplatte des noch so frühen Jahres 2007 auf den Markt gebracht zu haben. Mit scharf gewürzten Texten, die seinem Namen alle Ehre machen, präsentiert der Jamaikaner 15 Hits inklusive einer Bonus-DVD mit ausführlicher Dokumentation, Videoclips und Live-Auftritten.

Spice singt mit einer außergewöhnlich musikalischen Leidenschaft über Gerechtigkeit, Armut, Hunger, Frieden, Liebe und Freude und legt seine Stimme, die samt und gleichzeitig auch kraftvoll ist, behutsam über die Roots-Riddims. Mit Aussagen wie „rise...stand up...clean up your heart and come“ („Get Up“), „open the door for the people in poverty / if you care for humanity“ („Open The Door“) oder „in the streets it’s getting hot and the youth dem a get so cold, searching for food for the pot, they’ll do anything to fill that gap.” (“Youth So Cold”) überzeugt Spice mit seinem Schreibtalent und präsentiert Hymnen, die schon jetzt zeitlos genannt warden dürfen. Eine Erinnerung an einen alten Reggae-Veteran bietet „Digital Ways“ featuring Joseph Hill: eine typische Gute-Laune-Reggaenummer. Ohrwurmverdächtige Reime gibt es unter anderem in „Youth Dem Cold“, „Brown Skin“, „High Grade“, „Mind Off Of Me“ und „Can’t Stop Loving Jah“ zu hören. Ein Track, der zwar schon vor einigen Jahren entstanden ist, aber sich trotzdem zu einem der besten Songs von „In The Streets To Africa“ zählen darf, ist „Groovin My Girl“.

Unterstützung erhält Richie übrigens von seinen musikalischen Brüdern Spanner Bonner (bekannt durch seinen 90er Hit „Life Goes On“) und Pliers (vom „Murder She Wrote“-Duo Chaka Demus and Pliers), sowie von Joseph Hill. Zu den Produzenten von „In The Streets To Africa“ zählen Hot 97-Star Bobby Konders, der auch für die genial gesampelte Rede von Dr. Martin Luther King Junior in „Open The Door“ verantwortlich ist, Beatschmieder Donovan „Don Corleon“ Bennet und Veteran-Produzent Clive Hunt.

Fazit ist, dass sich Richie Spice mit „In The Streets To Africa“ weiterhin auf einem geraden Erfolgskurs befindet und ein tolles, fast schon perfektes Reggaealbum auf den Markt geworfen hat. Das neue Gesicht des Roots beeindruckt mit seinem neuen Album und wer noch über einen Kauf zweifeln sollte, dem ist nur „Youth Dem Cold“ zu empfehlen. Eine Minute reingehört und schon befindet man sich auf dem Weg zum nächstgelegenen Plattenladen. Check this out!

Anspieltipps

  • Open The Door
  • Youth Dem Cold
  • Digital Ways
  • Groovin My Girl
  • Motherland Calling
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