Balzac - Paranoid Dream Of The Zodiac - Cover
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Balzac Paranoid Dream Of The Zodiac


  • Label: Gan Shin/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

In der Musiklandschaft von heute wimmelt es bekanntermaßen nur so von Plagiaten. Es wird viel abgekupfert, eigene Ideen sind Mangelware. Dieser Entwicklung sollte man prinzipiell natürlich kritisch gegenüberstehen, doch manchmal schafft es eine dieser Kopien das Original zu überflügeln. Bestes Beispiel hierfür sind die Japaner Balzac, die mit ihrem Horrorpunk ihre Vorbilder Misfits mehr als alt aussehen lassen. In ihrer Heimat sind die vier Jungs um Sänger Hirosuke und Gitarrist Atsushi längst Superstars und auch hierzulande haben sie sich eine gewisse Bekanntheit in der Szene erspielt. Auch Ärzte-Trommler Bela B. zeigte sich begeistert von Balzac und arbeitete mit ihnen für eine im April erscheinende Split-EP zusammen.

Das zweiminütige Intro „Before The Nightmare“ lässt richtige die Friedhofsstimmung aufkommen, bevor die vier Punker richtig mit „Brain Control“ loslegen. Musikalisch gibt es feinstes Gedresche auf hohem Energieniveau, dessen Melodien geradezu zum Mitgrölen einladen, dazu tragen natürlich auch die vielen „Oooohooos“ ein. Der Sound ist richtig schön roh und dreckig abgemischt worden und Hirosuke hat zum Glück immer noch nicht gelernt richtig zu singen. Angeblich ist das Englisch was er hier von sich gibt, beim Blick ins Booklet lassen sich auch tatsächlich gewisse Ähnlichkeiten zum abgedruckten Text finden.

In dieselbe Kerbe wie „Brain Control“ schlagen auch „The Fright“ und „Hurt“, letzteres klingt sogar ein wenig nach den Ramones. Um einiges noisiger ist dann „The 13th On Friday Night“ geraten, bei dem Hirosukes Stimme stark verfremdet wurde. Für einen anständigen Punksong ist „Killer In The Window“ mit vier Minuten fast etwas lang, doch die coolen Melodien überzeugen trotzdem. Ihre gesamten Stärken spielen Balzac bei „Paranoia“ aus, das Krach und Melodie perfekt miteinander vereint und obendrein ein geiles Gitarrensolo bietet. Dagegen wirken „Killer In The Window“ und „Beware On Halloween“ etwas blutleer. In eine ganz andere Richtung geht das abschließende „Unfinished“ mit fast doomigen Elementen. Langsam stampft der Song vor sich hin und lässt das Album eher ruhig ausklingen.

Eines ist sicher, die Songs von „Paranoid Dream Of The Zodiac“ werden auf der Frühlingstour von Balzac mächtig Spaß machen, aber auch aus der Konserve kann das Album überzeugen. Wirklich unnötig hingegen sind die beiden Zwischenspiele „Dream Of The Zodac Pt. 1 & 2“, bei 36 Minuten Spielzeit wären trotz Punkattitüde stattdessen zwei Song mehr als nett gewesen.

Anspieltipps:

  • Brain Control
  • The 13th On Friday Night
  • Paranoia
  • Unfinished
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