Air - Pocket Symphony - Cover
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Air Pocket Symphony


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die laszive Leichtigkeit, dieser unbeschwerte Melodieduktus, der den ersten großen Hit der Franzosen Nicolas Godin (Gesang, Gitarre) und Jean Benoit Dunckel (Gesang, Keyboard) umschwirrte, war prägend für ihr weiteres Werk, das bislang vier Alben (den Soundtrack zu „Virgin suicides“ mit eingerechnet) unter dem Namen Air umfasst und zu dem sich nun „Pocket symphony“ gesellt. Doch „Sexy boy“ war beileibe kein Glücksfall oder ein One Hit Wonder, wie es sie alljährlich zuhauf gibt. Seit dem dazugehörigen Longplayer „Moon safari“ (01/1998) mischte das Duo in der Elektro-Szene ganz vorne mit und konnte sich stets mit neuem Material behaupten oder den einen oder anderen Hit verbuchen.

Und obwohl Air durch die Arbeit mit Charlotte Gainsbourg an ihrem Album „5.55“ (09/2006), für das sie die komplette Musik komponiert hatten, und aufgrund der Solopfade von Dunckel unter dem Namen Darkel (unter gleichem Namen eine Woche nach „5.55“ erschienen) eine längere Auszeit von drei Jahren genommen hatten, ist der neue Output keine wohl überlegte Weiterentwicklung der bereits existierenden Strukturen, sondern eine Rückbesinnung. „Als wir das neue Album gemacht haben, erinnerten wir uns daran, was uns am Anfang Spaß gemacht hat“ meint Nicolas Godin und erklärt weiter, dass viele Songs auf dem neuen Album „bloß Soundtracks – lange Straßen, auf denen gelegentlich Unfälle passieren“ sind.

Darunter kann jetzt jeder verstehen was er will, das auffälligste Schlagloch ist auf jeden Fall die Verwendung der japanischen Instrumente Koto (eine mit Seide bespannte Zither) und Shamisen (ein dreisaitiges Zupfinstrument), die den Stücken „One hell of a party“ und „Mer du japon“ einen asiatischen Touch geben, der sich angenehm in die sphärischen Strukturen einbettet. Doch mehr darf von „Pocket symphony“ nicht erwartet werden. Godin und Dunckel beherrschen ihr Handwerk natürlich und schaffen es auch in verträumter Manier Wattebäusche in die Ohren gleiten zu lassen, der Großteil der Kompositionen driftet jedoch allzu minimalistisch durch den Raum und bleibt vor allem auf textlicher Ebene auf einem banalen Niveau, welche zwar zugegebenermaßen für eine Air-Platte noch nie besonders wichtig war, aber eben noch nie positiv, wie auch in diesem Fall, aufgefallen ist.

„Wir hatten wirklich diese Idee von einer Symphonie für die Hosentasche“ weiß Godin über den Albumtitel zu berichten. Das sich das in 12 unspektakulären Wolkengebilden äußert, ist allerdings schade, denn nicht einmal die Gastauftritte von Jarvis Cocker der englischen Pulp („One hell of a party“) und Neil Hannon von The Divine Comedy („Somewhere between waking and sleeping“) sorgen für nennenswerte, da lediglich solide, Beiträge. Über den „Mayfair song“, der zu den besseren Tracks auf „Pocket symphony“ zählt, meint Dunckel „den haben wir ganz schnell geschrieben“. Vielleicht sollte sich das französische Duo einfach nicht so viel Zeit lassen.

Anspieltipps:

  • Space Maker
  • Mayfair Song
  • Mer Du Japon
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