LCD Soundsystem - Sound Of Silver - Cover
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LCD Soundsystem Sound Of Silver


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 56 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Man wünscht sich hier und da einen überraschenden Rhythmuswechsel oder ein raueres, sich in die Songs hineinbohrendes Klangspektakel.

LCD Soundsystem = James Murphy. Murphy, der weltweit auch als DJ die Tanzflächen rockt, bereits für Justin Timberlake an den Reglern tätig war und seinerseits Mitbegründer des Dance-Punk-Labels DFA Records ist, veröffentlicht mit „Sound Of Silver“ nun das zweite LCD-Album, dass er mit Hilfe seiner Live Band (Nancy Whang, Pat Mahoney und Tyler Pope) im Sommer 2006 auf einem Bauernhof in Upstate New York eingespielt hat. Dance und Punk sind die treibenden Elemente in den Songs von Murphy. Und diese werden auf „Sound Of Silver“, wie auch schon im selbstbetitelten Debütalbum vermengt, zerrissen und wieder zusammengeflickt.

Das Ergebnis ist eine gelungene Dance-Rock Mischung, die in den hippen New Yorker Clubs mittlerweile zum Standardrepertoir avanciert ist. Herausragend die erste Singleauskoppelung des Albums-„North American Scum“. Eingängige, tanzbare Elektrobeats treffen auf rockige Indie-Riffs und halten dem Hörer die breit gefächerten musikalischen Fähigkeiten Murphys vor Ohren. Galoppierende Pianoklänge auf dem melodiösen „All My Friends“ sind genauso willkommen, wie die ruhigeren und bedächtigen Harmonien des epischen Schlussstücks „New York I Love You But You’re Bringing Me Down“. Eine ganz persönliche Liebeserklärung Murphys an seine Heimatstadt. Schon alleine diese Songs machen „Sound Of Silver“ zu einem überdurchschnittlich erfreulichen Klangerlebnis.

Das es nicht zum ganz großen Wurf reicht liegt unter anderem auch an den an manchen Stellen etwas zu monoton und „vorherhörbar“ scheinenden Songs. „Get Innocuous!“, „Time To Get Away“ und „Someone Great“ sind zweifellos allesamt tanzbar und vor den Soundtüfteleien Murphys kann man sich nur tief verbeugen. Aber einigen Stücken fehlt einfach die musikalische Überraschung im Songverlauf. Man wünscht sich hier und da einen überraschenden Rhythmuswechsel oder ein raueres, sich in die Songs hineinbohrendes Klangspektakel.

Einige Songs verlieren auch deshalb mit der Zeit ihre Anziehungskraft. Die Bongo und Repetitive Percussion-Muster auf „Us VS Them“ und der astreine experimentelle Titeltrack sind zwar sehr interessant und mit Sicherheit auch Clubkompatibel. Aber dennoch wirkt die Produktion an manchen Stellen zu durchorganisiert und langwierig. Das punkige und flotte „Watch The Tapes“ ist der Beleg dafür, was mit begrenzter Spielzeit möglich gewesen wäre. Nicht von ungefähr ist dieser, mit knapp vier Minuten kürzeste Track des Albums, zugleich einer der besten Beiträge auf „Sound Of Silver“. Die Länge der einzelnen Stücke ist dann auch der einzig nennenswerte Kritikpunkt den man an dieser Platte festmachen kann und der das Gesamtbild dieser doch unterhaltsamen und eingängigen Aufnahme ein wenig ankratzt. Im Großen und Ganzen jedoch ein sehr gutes, mit tollen Arrangements und bissigen Beats versehendes Album. dass sicherlich in den Clubs dieser Welt rauf und runter gespielt werden wird.

Anspieltipps:

  • North American Scum
  • Watch The Tapes
  • New York, I Love You But You're Bringing Me Down
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