Bodi Bill - No More Wars - Cover
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Bodi Bill No More Wars


  • Label: Sinnbus/ALIVE
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Bodi Bill. Die neue große Hoffnung am deutschen „Country Himmel“. Banjos, Mandoline und Fidel bestimmen dieses frisch wie Landluft daherkommende Hillbilly Debüt der zwei jungen musizierenden Landwirte aus der Nähe von Flensburg. Was man doch in diesen Bandnamen alles hineininterpretieren kann. Natürlich ist diese Beschreibung absoluter Schwachsinn und Alex Amoon und Fabian Fenk sind soweit von Honky Tonk entfernt, wie Axel Rose von einer Veröffentlichung seiner „Chinese Democracy“.

„No More Wars“ heißt das Erstlingswerk von Bodi Bill, welches sich in spielerischer Eleganz zwischen Clubsounds, Ambient, Folk und Pop bewegt. Auch aufgrund den Erfahrungen in ihren vorherigen Projekten Nonostar (Amoon) und Pantasz (Fenk) haben es die beiden geschafft, eine wunderschöne Elektronikplatte abzumischen, die zum Tanzen wie auch Hören einlädt und durch ihre Gratwanderung zwischen emotionsgeladenen Stücken und heißen Dancenummern zu überzeugen weiß. Der weiche, dezente Bass im mit Soundsamples durchzogenen „Parking Space“, die liebliche, mit dem Klavier erzeugte Melodie im überragenden „Traffic Jam“ und das zu Beginn fast ohne Elektronika auskommende, gedämpfte wie spärliche „Very Small“ charakterisieren das erste ruhigere Drittel von „No More Wars“.

Auf dem relaxten und jazzig angehauchten „Nothing“ wird dann allerdings die BPM-Dosierung erhöht, um hinterher mit dem Instrumental „Kilogramm“ die Phase 2 des Albums, gespickt mit gesteigerter Tanzflächenpräsenz, dickerem Beat und schweißtreibenden Clubsounds einzuleiten. Zerrissene Instrumentierung und Percussion verwandte Klänge auf „Straw It“. Animierende Dance Rhythmen im chilligen und etwas verzweifelt klingenden „Be Home Before Diner“. Und die eisenharten hölzernen Beats auf dem großartigen „Naegel“ lassen letzte Hemmungen fallen und man bewegt sich wie in Trance zu denen ins Trommelfell geschossenen Klangkonstrukten. Das interessante „Elephant Ears“ ist irgendwo zwischen dröhnendem Club und gemütlicher Chill Out Area angesiedelt. Während das finale „Willem“, eine lockere und eingängige, vom Klavier untermalte Portion Pop hervorbringt, die den sanften Ausklang dieser Platte einleitet.

„No More Wars ist ein raffiniertes Popalbum, gefüllt mit Elektronika, dickem Beat, leidenschaftlichem Songwriting und virtuosem Programming“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Anspieltipps:

  • Parking Space
  • Traffic Jam
  • Naegel
  • Willem
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