Washington - Astral Sky - Cover
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Washington Astral Sky


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Tromsø ist die größte Stadt im Norden Norwegens und wird oft auch als die nördlichste Stadt der Welt bezeichnet. Nahe dem Polarkreis bestimmen hier eine fünfmonatige Dunkelheit und eine eisige Kälte mit einer Jahresmitteltemperatur von gerade mal 2,5 Grad Leben der Menschen.

Tromsø ist auch die Heimat der Band Washington, die mit ihrem neuen Album „Astral Sky“ Gletscher wie auch Herzen zum schmelzen bringen werden. Sänger Rune Simonsen, Bassist Andreas Høyer und Schlagvirtuose Esko Pedersen, liefern nach ihrem hochgelobten Debüt „A New Order Rising“ erneut den Beweis dafür, dass auch Melancholie zuckersüß und unbeschwert ertönen kann.

Indie-Pop meets Americana-Folk. Ob im Country angehauchten, unverkrampften „Boulder On The Brank“, dem poppigen und luftig leichten „Firewheel“ oder dem zwar nicht so melodiösen, aber dennoch eingängigen „Vaults“. Mit Lap-Steel-Gitarre, Geige und Piano bewaffnet, bewegen sich Washington traumwandlerisch sicher zwischen hymnischen Melodien und akustischen Klängen. Stets begleitet von der klaren und eindringlichen Stimme von Leadsänger und Songschreiber Simonsen.

Die Mundharmonika in „Each And Everyone“ hebt den Song in bezaubernde Sphären und könnte selbst das zumeist in Dunkelheit verlorene Tromsø in hellem Licht erstrahlen lassen. „The Stand“ scheint unter eisigem Wasser aufgenommen worden zu sein. Der gedämpfte Sound von Schlagzeug und Orgel erzeugt eine unaufdringliche und intime Atmosphäre, die wohliger nicht klingen könnte. Bei „Oh My“ findet man sich in einem kleinen gemütlichen Cafe wieder. Man schaut aus dem Fenster und lediglich die herabschwebenden Schneeflocken erleuchten partiell die nächtliche Umgebung.

Geigen tragen das bezaubernde „Trenches“ und das melancholische „Aftermath“ über die Fjorde während der Titeltrack ein polares Grinsen aufs Gesicht zaubert. Das sanft angeschlagene Piano in „I Lost My Way“ eröffnet den letzten der zehn so wunderschön eingängig arrangierten Songs auf „Astral Sky“. Washington wecken beim Zuhörer ungeahnte melancholische Augenblicke, die wohl nur diejenigen vollständig erfahren können, die hier - am oberen Ende der Welt - zuhause sind.

Anspieltipps:

  • Trenches
  • The Stand
  • Oh My
  • Each And Every One
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