The Higher - On Fire - Cover
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The Higher On Fire


  • Label: Epitaph/SPV
  • Laufzeit: 48 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach dem eher mäßigen Erfolg ihres Erstlings „Histrionics“ schlagen die fünf Jünglinge von The Higher mit ihrem neuen Album „On Fire“ nun eine neue Richtung ein und lassen Pop und R&B Elemente in ihren Emo-Sound mit einfließen. Dadurch wird der Sound natürlich fast automatisch kommerzieller, die glatte Produktion tut ihr übriges hierzu. Jegliche Ecke und Kanten fehlen, das müsste die Songs, belanglos wie sie sind, doch eigentlich leicht verdaulich machen. Meist sind sie jedoch so zuckersüß, dass sie ein wenig auf den Magen schlagen können.

„Insurance?“ geht noch halbwegs in Ordnung. Die Gitarren sind noch relativ fett abgemischt und die Strophe überzeugt durch ihr positives Sommer-Feeling mit coolem Bassgroove. Der Refrain nervt dann leider ein wenig mit seiner Hintergrundmelodie, die an einen alten Handyklingelton erinnert. Die dunkle Seite der Band soll mit „Guts“ erforscht werden, doch wenn das hier düster ist, dann machen Tokio Hotel Black Metal. Um die Gitarren unter den ganzen Synthies zu hören, muss man sich schon etwas mehr anstrengen.

Etwas mehr überzeugen kann „Rock My Body“, doch auch hier wäre weniger mehr gewesen. Viel zu viel Synthiebrei verklebt hier die Boxen und lenkt vom eigentlichen Song ab. Auch fällt einem im zunehmenden Maße die Stimme von Sänger Seth Trotter negativ auf, die einfach zu abwechslungsarm und unindividuell daherkommt. Die Texte sind auch nicht gerade Meisterwerke der Poesie und könnten genauso gut von irgendeiner gesichtslosen Boyband stammen. Der nervige Vocaleffekt am Ende des Tracks tut sein übriges.

Gänzlich dem Pop geben sich The Higher dann bei den folgenden Songs hin. Kleine Ausbrüche in Richtung Rock wie in „Darkpop“ versanden sogleich wieder. Die Krönung ist dann „Can Anyone Really Love Young“, dass mit Akustikgezupfe und künstlichem Beat ein wie eine alte Backstreet Boys Ballade klingt, nur dass die damals schon besser singen konnten.

Das einzig wirklich gelungene Lied des Albums stellt „31 Floors“ dar, der trockene Beat lässt endlich einmal freudig mitwippen und der Refrain ist trotz Geklatsche im Hintergrund sehr gelungen. Auch die sonst so nervigen Keyboardelemente sind hier endlich mal gescheit auf den Song abgestimmt. Warum nicht mehr davon? Wirklich unnötig ist hingegen Patrick Stumps Remix von „Pace Yourself“, das schon auf dem Debütalbum stand.

Viel Vertrauen scheint das Label Epitaph auch nicht unbedingt in ihre Schützlinge zu haben, denn dass Album wird zunächst nur als Download in Deutschland erscheinen, ist aber auch als Import problemlos bei den gängigen Onlinehändlern zu finden. Der physische Tonträger soll im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.

Anspieltipps:

  • Insurance?
  • Rock My Body
  • 31 Floors
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