Smokestack Lightnin´ - Modern Twang - Cover
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Smokestack Lightnin´ Modern Twang


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 59 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ob Texas Lightnin´, The Bosshoss, Dick Brave und nun die Bayern von Smokestack Lightnin´ - die staubtrockenen Wüsten der USA und ihr unverkennbarer Sound aus Country, Blues, Rockabilly und eben der im Titel des EMI-Debüts genannte Twang (womit der charakteristische Gitarrenklang z. B. bei Chris Isaak, den Beatles und auch Bruce Springsteen gemeint ist) sind derzeit hoch im Kurs, um Coverversionen oder vereinzelt eigene Werke in diese partytaugliche Form zu bringen. „Modern Twang“ ist quasi eine Best Of aus den vorhergegangenen Alben „Home Cooking“ sowie „Soulbeat“, die um die Monrose (!) – Coverversion von „Shame“ erweitert wird und mit nur zwei Eigenkompositionen („Gimme More“, „Take My Hand“) daherkommt.

Das soll bei der an den Tag gelegten Leidenschaft für filigrane Gitarrenarbeit und der sympathischen, zu Musik gewordenen Gelassenheit aber keine große Rolle spielen, denn ob nun Tom Waits, die Beatles, Guns´n´Roses oder Neil Diamond die Vorlage liefern, Smokestack Lightnin´ nehmen sich ihrer auf authentische und vor allem spaßige Art an, dass für die knappe Stunde vielleicht gar die Originale ausgeblendet werden können. Fangen wir doch gleich beim grandios zurückgelehnten und lässig rockenden „Shame“ der zurechtgecasteten Format-Popper Monrose an, dass nun wirklich dem alltäglichen Pop-Wahnsinn auf die Pelle rückt und ohne großes Geschrei den Stinkefinger parat hält.

Das bisschen Spaß muss halt sein, wie die Rocker-Hymne „Hell´s Angels“ in augenzwinkernd dunkler Manier beweist und mit dem erdigen Songaufbau vor allem catchy ist. Ohrwurmtauglich und musikalisch perfekt inszeniert ist dann auch das bereits zahllos gecoverte „Solitary Man“ aus der Feder von Neil Diamond. Da brillieren die Akustikgitarren und triumphiert das leicht federnde Schlagwerk, wobei Sänger/Bassist Bernie Batke nicht nur punktgenau sein Saiteninstrument herausfordert, sondern darüber hinaus auch mit der gekonnt amerikanischen Gangart seiner Zunge überrascht. So tänzelt der Hörer an 18 bestens gelaunten und toll umgesetzten Songs vorbei, die wirklich keine Gefangenen machen und trotz der leicht zugänglichen Machart jede Menge Finessen der merklich erfahrenen Musiker offerieren. Da macht ein Wiedersehen mit alten Klassikern und der Country-Neuauflage dieser Tage doch glatt doppelt soviel Freude.

Anspieltipps:

  • If I Really Bug You
  • Rockabilly Blues
  • Killing Time
  • Paradise City
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