Jo Blankenburg - Floatovations - Cover
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Jo Blankenburg Floatovations


  • Label: Zero Latency Productions Ltd.
  • Laufzeit: 63 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Jo Blankenburg ist ein Komponist und Pianist aus Deutschland, der sich für so manche Filmmusik verantwortlich zeichnet und unter anderem den für eine Veröffentlichung im Herbst 2007 vorgesehenen Kurzfilm „Squalid“ von Nachwuchs-Regisseur Andreas Tröger aus Berlin musikalisch untermalt hat. Mittlerweile wohnhaft in Neuseeland, traf Jo Blankenburg dort den Gitarristen/Sänger Kawiti Juventin vom Maori-Stamm, dem er seine musikalisch bildmalerischen Visionen anvertraute und schließlich mit ihm die Arbeiten am höchst atmosphärisch und feingliedrig arrangierten Album „Floatovations – The Realm Of Levitation“ aufnahm.

Passend zum nahenden Frühling erlebt der Hörer nun eine spirituelle Hörlandschaft aus Klängen von Meeresbrandung und Regentropfen, welche von Akustikgitarre, Orchestral-Parts sowie (im 15-minütigen Opener) von Kawiti Juventins Maori-Gesang untermalt werden und zusammen eine überaus wohlige, weit reichende Stimmung des Innehaltens und sich langsam steigernden Aufbruchs an den Hörer weitergeben. Es kommt dem Gesamteindruck zu Gute, dass den einzelnen Elementen (ob nun die aufgenommenen Geräuschfacetten von Wasser oder die professionelle Instrumentierung) nicht allzu viel Beachtung geschenkt wird, um die Klippen selbstverliebter Darstellung zu umschiffen und das fordernde, aber niemals verkrampfte Ganze zu realisieren.

Ob das Klavier schwebend die CD eröffnet oder im weiteren Verlauf gezupfte Gitarren urplötzlich und dennoch nahezu selbstverständlich die vollmundige Orchester-Begleitung ablösen – es sind stets Momentaufnahmen, die Traumreisen genauso musikalisch begleiten können wie das mitunter träge, sonntägliche Mittagessen im Kreise der Lieben. Jo Blankenburgs Ansatz, dieses Mal ohne die filmische Komponente als Richtlinie Musik für das Kopfkino zu kreieren, wird dennoch nur bedingt erfüllt. „Floatovations“ funktioniert als Untermalung, aber nur allzu selten während der gut 60 Minuten als alleinige Kraft. Dafür fehlen hier und da einfach die großen, dramaturgischen Songwritingkünste, ohne die geschmackvolle Erhabenheit in Frage stellen zu wollen.

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