Dirk Darmstaedter - Our Favorite City - Cover
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Dirk Darmstaedter Our Favorite City


  • Label: Tapete/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Our Favorite City“ hat sich Darmstaedter endgültig einen Platz auf dem Olymp der europäischen Singer/Songwriter erspielt!

Mit „Our Favorite City“ hat sich Darmstaedter endgültig einen Platz auf dem Olymp der europäischen Singer-Songwriter erspielt. So steht in der Presseinfo des geschmackssicheren Hamburger Labels „Tapete-Records“ zu lesen. Welchem eben jener (Dirk) Darmstaedter als Gründer vorsteht. Falsche Bescheidenheit war gestern. Und Understatement ist doch letztlich auch nichts anderes als eine kenntnisreichere Form von Prahlerei…

„Our favorite City“ nennt sich die Gehhilfe zur vermeintlichen Olymperklimmung. Nach dem hochgeschätzten Debüt namens „Coming Up For Air“ (2005) die zweite reguläre Veröffentlichung des ehemaligen „Jeremy Days“ und „Me and Cassity“ -Sängers unter eigener Flagge. Und um seine musikalische Botschaft zu verbreiten, benötigt der in New Jersey aufgewachsene Hamburger heute kein „Brand New Toy“ mehr. Auf jegliches elektronisches Gefrickel verzichtet nur, wer wirklich noch etwas zu sagen hat. Und so erzählt er, ohne die große Geste, zwölf Geschichten zwischen Euphorie und Melancholie.

„So dont move/Cause you might crash/And don’t change anything“ gibt Darmstaedter zu Beginn in „Passing Comet“ die Richtung vor. Und tatsächlich bleibt der musikalische Kosmos des Dirk Darmstaedter erfreulich unberührt von unnötigem Experimentierwahn. Mal schlägt er beschwingt die Trommel („Beat A Drum“), mal gibt er trauernd den verlassenen Kämpfer („In And Out“). Für hoffnungslose Romantiker beschwört er eindringlichen den perfekten Moment („Our Favorite City“), selbstgefälligen Mitläufern stellt er fröhlich unbequeme Fragen („Comic“). Zwischen Selbstzweifel und Depression geht immer wieder die Sonne auf: „You’re a Star/ A Star in your own little World“ gibt er dem Hörer in „We Are Waves“ etwas Optimismus mit auf den Weg. Jedoch nicht, ohne diesen umgehend zu verwischen: „You’re someone/ And you think that you know a whole lot“. So einfach ist diese Welt halt nicht. Gesanglich sind die Geschichten gut akzentuiert vorgetragen, die Kopfstimme unterstreicht virtuos die eindringlichsten Momente der Songs.

„Our Favorite City“ ist der nachhaltige Beweis dafür, dass es nicht mehr Mitteln als einem Schlagzeug, einigen antiquierten Tasteninstrumenten und der allgegenwärtigen Gitarre bedarf, um ein klassisches, gehaltvolles und abwechslungsreiches Album zu produzieren. Hätte er nicht bereits sein eigenes Label gegründet, wäre er neben Künstlern wie Bright Eyes und The Good Life bei „Saddle Creek“ gut aufgehoben. Wäre er nicht mit einer unvergleichlich wohlklingenden Stimme gesegnet, könnte er seine kunstvollen, klaren Kompositionen manchem Sänger leihen, der den Weg aus der Sinnkrise nicht findet. Wären die Kritiker etwas aufmerksamer, müsste nicht mehr er selbst die richtigen Worte finden, um seinen Stellenwert zu beschreiben. Nun, Letzteres können wir ihm sicherlich abnehmen. Ich würde es so formulieren: Mit „Our Favorite City“ hat sich Darmstaedter endgültig einen Platz auf dem Olymp der europäischen Singer/Songwriter erspielt! Punkt.

Anspieltipps:

  • Passing Comet
  • Comic
  • In And Out
  • We Are Waves
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