Sarah Connor - Soulicious - Cover
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Soulicious


  • Label: X-Cell/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4/10 Unsere Wertung
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem die 2005er-CD „Christmas In My Heart” für das letztjährige Weihnachtsgeschäft nochmals als DVD aufgewärmt wurde, ist Sarah Connors Babypause mit ihrem tatsächlich schon sechsten Album in sieben Jahren endgültig beendet. Für „Soulicious“ hat sich die 26-Jährige ein Bündel großer R&B- und Soul-Perlen geschnappt, die im Original von Kollegen wie Stevie Wonder, Gladys Knight, Aretha Franklin und Marvin Gaye stammen. Wie, das kommt ihnen irgendwie bekannt vor? Okay, dann müssen wir ihnen recht geben. Denn mit dieser „Masche“ wurde eine gewisse Joss Stone vor gut drei Jahren erfolgreich im Markt etabliert.

Die „Wildeshausener Soul Sessions“ wurden mit erfahrenen Studiomusikern, einem 48köpfigen Symphonieorchester und nur ganz wenig Computer-Schnickschnack, live in Berlin aufgenommen. Das klingt als Konzept gar nicht mal schlecht, wenn auch nicht wirklich neu, aber man kann seinen Fans ja nicht immer das Gleiche vorsetzen, es sei denn, man heißt Motörhead (für Sarah-Connor-Fans: Das ist eine derbe Hardrockband aus England). Nun macht Sarah Connor aber keinen Hardrock, sondern interpretiert Songs aus dem Amerika der 60er und 70er Jahre. Und zwar nicht von irgendwem, sondern von den ganz großen der Branche, von denen Sarah schon als Kind ganz begeistert war, als sie die Platten ihres Vaters hören durfte.

Damit kann sich ein Künstler natürlich ganz schön blamieren, wenn er sich nicht richtig ins Zeug legt. Und tatsächlich vermitteln nicht wenige Songs, dass es einfach nicht reicht, nur gut zu singen. Was jede künstlerische Darbietung braucht, ist Seele, Gefühl und ein Gespür für Stimmungen. Und das konnte eine damals noch blutjunge Joss Stone wesentlich besser umsetzen, als die Diva aus Delmenhorst auf „Soulicious“. Das fängt an mit dem unsäglichen „The impossible dream (The quest)“, das als Einmarschlied für Henry Maskes Comeback-Boxkampf so überhaupt nicht passen mag, geht über ein emotionslos vorgetragenes „Sexual healing“ und ein ebenso kühles „Son of a preacher man“, bis hin zum finalen „If it’s magic“ – eine zweiminütige Kitschballade, die eher als Weihnachtssingle taugt, denn als würdiger Abschluss für ein Soulalbum.

Mit dem Titeltrack „Soulicious“, „Soothe my soul“ – einem tollen Groover – und „You’re precious love“ im posthumen Duett mit Marvin Gaye, finden sich nur drei Stücke, die sich in der Gesangsperformance positiv von den übrigen Songs abheben. Der Rest klingt weitgehend bemüht, aber wenig überzeugend. Mehr Experimentierfreude hätte dem Album bestimmt gut getan. So gibt es nur eine keimfreie Soul-Adaption mit Tauglichkeitssiegel für die „The Dome“-Bühne.

Anspieltipps:

  • Soulicious
  • Soothe my soul
  • I’ve got to use my imagination
  • Same old story (same old song)
Dieser Artikel ging am um 11:49 Uhr online.
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  • 2014    
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