Enter Shikari - Take To The Skies - Cover
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Enter Shikari Take To The Skies


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 53 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Enter Shikari ist wieder so ein typisches MySpace-Ding á la Arctic Monkeys und Panic! At The Disco aus England, das sich in allerbester DIY-Manier zum ersten Hype des Jahres aufschwingt. Im Jahr 2003 noch während der Schulzeit gegründet, erspielte sich der Vierer über das bekannte Internetportal schnell eine große Fanschar und erhielt jede Menge Angebote für Live-Auftritte. Seitdem sind Enter Shikari quasi ununterbrochen on Tour – ohne einen Longplayer veröffentlicht zu haben. Dieser steht nun mit „Take To The Skies“ ins Haus und soll allen Nicht-MySpaclern das Geheimnis dieser Band offenbaren.

Doch vielleicht wäre es besser, wenn wir eben jenes nicht lüften. Denn die Jungspunde verquirlen auf ihrem Debütalbum alle Zutaten des schlechten Geschmacks zu einer undefinierbaren Party-Mucken-Masse, die auch im Rauschzustand nur schwer zu verkraften ist. Da treffen 80er-Jahre-Synthies auf Kirmes-Techno á la Scooter und fieses Metalcore-Geballer auf unglaubwürdiges Emo-/Death-Metal-Geblöke. Dazu tänzeln uralte Keyboard- und Synthie-Sounds um die Wette, während unsere Bubis verzweifelt auf der Suche nach brauchbaren Melodien sind, von denen es auf „Take To The Skies“ nur wenige gibt.

Schon das Intro lässt den Hörer zusammenzucken und einen im CD-Player vergessenen Trance/Techno/Chill-Out-Silberling vermuten. Doch wie aus dem Nichts prügeln Enter Shikari auf einmal wie die Irren mit tiefergestimmten Metalcore-Gitarren los, während im Hintergrund noch immer die Trance-Synthies aus dem Dr.-Motte-Nachlass wabern. Gänsehaut. Schockzustand. Leichenstarre. Und dann plötzliche Aufruhr, als Sänger Rou Emocore-artiges Gekeife mit britischem Akzent von sich gibt. Wie schlimm ist das denn? Bitte sofort aufhören!

Man kennt ja die Rituale der Plattenindustrie inzwischen. Eine Band startet durch und gibt einen neuen Trend vor. Dann wird von den Labels wie wild drauflos unter Vertrag genommen, was auch nur ansatzweise wie der Trendsetter klingt und der Markt daraufhin mit Kopien überschwemmt. Dabei gilt: Umso besser die Kopien, desto länger hält sich der Hype. Und zwar solange, bis die nächste Trend-Sau durchs Dorf getrieben wird. Beim vermeintlichen MySpace-Hype verhält es sich dagegen anders. Denn selten zuvor verlief sich ein Hype dermaßen schnell im Niemandsland, da er bis auf wenige Ausnahmen nur musikalische Totgeburten hervorbrachte, nach denen absolut kein Hahn kräht. Dazu zählen Gruppen wie Enter Shikari, die niederste Instinkte bedienen und dabei überhaupt nichts zu sagen haben.

Anspieltipps:

  • Adieu
  • Jonny Sniper
  • OK, time for plan B
  • Today won’t go down in history
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