The View - Hats Off To The Buskers - Cover
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The View Hats Off To The Buskers


  • Label: Red Ink/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

So sicher wie das Amen in der Kirche, ist der all-halbjährige durch das englische Musikmagazin New Musical Express (besser bekannt als NME) losgetretene Hype rund um die heißeste und angesagteste Band der Stunde. So haben Rockgrößen wie Bloc Party, The Strokes, Franz Ferdinand oder die Arctic Monkeys ihren Bekanntheitsgrad nicht ausschließlich ihren zweifellos vorhandenen musikalischen Fähigkeiten zu verdanken. Dennoch schaut man etwas kritisch über den Teich, wenn auf der Insel mal wieder der „Hottest Shit“ seit den Beatles angepriesen wird. Denn viele der ach so hoffnungsvollen Newcomer, verschwinden doch wieder relativ schnell von den Titelseiten des NME und aus den Ohren ihrer potentiellen Hörer. Dieses Schicksal wird The View garantiert nicht widerfahren.

Ihr Debüt „Hats Off The Buskers“ katapultierte sich mit über 100.000 verkauften Einheiten auf Platz 1 der britischen Albumcharts und hat dort mittlerweile Platinstatus erreicht. Endlich erscheint das Erstlingswerk von Kyle, Keiren, Peter und Steve auch bei uns und die Jungs aus dem schottischen Dundee zeigen in den folgenden knapp 40 Minuten, warum sie als eine der ambitioniertesten Neuentdeckungen des Königreiches gehandelt werden. Obwohl die vier Jungs im Durchschnitt gerade mal 19 Lenze zählen, schafften sie es, zusammen mit Produzent Owen Morris (er war auch maßgeblich für den Erfolg von Oasis und The Verve mitverantwortlich) ein Album aus dem Ärmel zu rocken, das einen Hit nach dem anderen aus den Boxen haut.

Die in England bereits zu Top Hits avancierten großartigen „Wasted little DJ’s“ und „Superstar tradesman“ sind astreine Gehörgangwürmer die so leicht nicht mehr zu entfernen sind. „That shit that makes your head spin around“ heißt es in „Same jeans“. Dies kann man getrost als Leitsatz des Albums gelten lassen. Euphorisch und Gelassen gehen The View das Projekt „Jugend rockt“ an. Ohne Druck und dem Anliegen es irgendjemand beweisen zu müssen. Ob das akustische „Face for the radio“, die Ska angehauchten „The don“ und „Wasteland“ oder das mit seinem dichterem, britischeren Sound an die frühen Tage der Gallaghers erinnernde „Streetlights“. Man nimmt den jungen Schotten einfach alles ab. Das relaxte und lässige „Don’t tell me“, wie das zum abtanzen prädestinierte „Dance into the night“ oder das durch seine Melodienwechsel und die hier quietschende Stimme von Leadsänger Kyle Falconer verrückt wirkende und in bester Sex-Pistols-Manier vorgetragene „Skag trendy“.

Mit einer Leichtigkeit hauen sie Unmengen abhängig machender Melodien raus, die so mancher etablierten Band die Schamesröte ins Gesicht treiben wird. Ein Debütalbum, prall gefüllt mit hymnischen Melodien, Folk-Rock Elementen, einer gesunden Pop und Rock Attitüde, sowie einer Riesen Portion Lässigkeit machen „Hats Off The Buskers“ schon jetzt zu einem der Highlight dieses Jahres. Es handelt sich bei dieser Platte sicher nicht um die Neuerfindung des Rocks. Aber The View schaffen es cool, charmant und unbekümmert den musikalischen Spaßfaktor in Schwindel erregende Höhen zu musizieren. Und es ist zu hoffen, dass der diesmal unumstritten berechtigte Hype um The View bis zu uns herüberschwappen wird. In diesem Sinne: „Hut ab vor den Straßenmusikern“.

Anspieltipps:

  • Superstar Tradesman
  • Same Jeans
  • Skag Trendy
  • Face For The Radio
  • Wasted Little DJ's
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