Maria Taylor - Lynn Teeter Flower - Cover
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Maria Taylor Lynn Teeter Flower


  • Label: Saddle Creek/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Miss Taylor kann so wundervolle Lieder schreiben, die man zwar wieder vergisst, aber sich dann umso mehr freut, wenn man diese wiederentdeckt.

Es lebe der Widerspruch. Als Maria Taylor Anfang 2006 mit Kristopher Äström und dem Kölner Duo Wolke durch Deutschland tourte, präsentierte sie sich als wunderschönes, graziles Wesen, das schon beim Anblick droht zu zerbrechen. So kennt man sie auch als Hälfte der derzeitig pausierenden Azure Ray. Und so hat sie sich auch auf ihrem ersten Soloalbum „11:11“ präsentiert, verstärkt, im Gegensatz zu ihrem Projekt mit Orenda Fink, mit elektronischen Elementen. Eins hat sich bloß nie geändert: Miss Taylor kann so wundervolle Lieder schreiben, die man zwar wieder vergisst, aber sich dann umso mehr freut, wenn man diese wiederentdeckt. Und so ließ die Multiinstrumentalistin ein schwer verliebtes Publikum zurück, das sich nach einer Woche gefragt hat „Maria Taylor? Nie gehört.“ Ein Widerspruch, mit dem sich auch der Hörer ihres zweiten Albums „Lynn Teeter Flower“ auseinandersetzen muss. Ein Album, das man liebt und dann vergisst.

Dabei sollte man keinen dieser Songs vergessen, sie sind so liebevoll gemacht, innovativ arrangiert und brauch sich nicht zu schämen mit dem Werk von Labelkollegen Bright Eyes verglichen zu werden. Ganz im Gegenteil. Maria Taylor zeigt ihrem Freund Connor Oberst, was auf seinem „Digital Ash In A Digital Urn“ gefehlt hat, die nötige Prise Melodien um Folk, Elektronik und Melancholie miteinander zu vermischen. Und so verzeiht man Maria Taylor alles, was etwas sperrig wirkt, wie der Sprechgesang in Irish Goodbye, das nur mit Beats, Syntheziser und Gitarre auskommt und perfekt harmoniert, aber dennoch etwas aus dem Album hervorsticht.

Denn auf „Lynn Teeter Flower“ überwiegen die akustischen Songs, die low-fi produziert wurden, wie „The Ballad of Sean Foley“, „Lost Time“. Und man meint dieses Konzept schon mal gehört haben. Und ja, denn nicht nur dieses Konzept hat sie von ihrem Boyfreund Connor Oberst übernommen, auch die Songwritertechniken nähern sich seinen an („Small Part of Me“), sowie das Verwenden von Kindergesang, der ‚zufällig’ aufgenommen wurde. So endet zumindest das Album und es ist das einzig enttäuschende an dem Album, denn das titelgebende Stück hätte man auch ruhig weglassen können. Aber man kann ja, um der Enttäuschung zu entgehen, die CD erneut anhören und ganzen Lieder wieder finden, die man kurz geliebt hat und somit immer kurz lieben wird. Lieder, die klingen als seinen sie für regnerische Tage, an denen eigentlich die Sonne scheinen sollte, oder für sonnige Tage, an denen es doch besser regnen sollte. Ein Widerspruch? Eigentlich nicht.

Anspieltipps:

  • Clean Getaway
  • Smile and Wave
  • Small Part of Me
  • My Own Fault
  • Lost Time
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