Orange Blue - Superstar - Cover
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Orange Blue Superstar


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

In den letzten Jahren waren Orange Blue, die einst mit „She’s Got That Light“ einen Superhit landeten, etwas aus dem Gedächtnis der Öffentlichkeit verschwunden. Die Verkäufe des dritten Albums „Panta Rhei“ waren eher bescheiden und auch Liveauftritte blieben eher selten. Trotzdem setzten sich Vince Bahrdt und Volkan Baydar keinem Druck aus und nahmen sich zwei Jahre Zeit, um „Superstar“ einzuspielen. Die beiden Schmusebarden blieben sich natürlich treu und liefern ein souliges Album voller schöner Melodien und viel, viel Herz(schmerz) ab.

Recht flott geht es mit „It’s My Life“ los. Klangliches Fundament ist natürlich wie immer der Flügen von Vince Bahrdt. Die Hookline ist nett, wird zum Ende allerdings etwas repetiv. Volkan darf stellenweise Gas geben, auch wenn er wohl nie zum Rocksänger werden wird. Seine Stimme ist einfach zum Schmachten gemacht, wie er auf beim zweiten Track „You’re All I Need“ beweist.

Dass es auch anders geht zeigen Orange Blue beim Titeltrack „Superstar“, dem unumstrittenen Highlight des Albums. Mit ordentlichen Groove im Hintern funken die beiden Jungs los, in den besten Momenten klingt der Song wie leicht gedrosselte Jamiroquai. Wesentlich gesetzter geht es dann weiter, wobei offensichtlich wird, dass die meisten Lieder demselben Schema folgen. Ein ruhiger Anfang, meist nur von Gitarre oder Klavier begleitet, danach setzen nach und nach Bass, Schlagzeug, Streicher und andere Instrumente ein, um so den Spannungsbogen nach oben zu schrauben. Dadurch wirken manche Songs am Ende ein wenig überfrachtet.

Schön, dass einige Tracks aus diesem Schema ausbrechen können. Die Single „Love & Fear“ verbreitet eine angenehm positive Atmosphäre, auch der Gospelchor im Refrain kommt gut. Leicht nerven könnte höchstens das ständige Geklatsche im Hintergrund. „Here Again“ ist sehr dramatisch, Sänger Volkan bringt hier sein ganzes Können auf. Der letzte Song „Lost“ kommt ganz ohne Rhythmusinstrumente und Gitarren aus, verlässt sich also ganz auf Piano und die Streicher. Dieses reduzierte Arrangement sowie die kitschfreie Melodie zeigen, dass es auch ohne den ganzen Bombast funktionieren kann.

Insgesamt also nicht viel Neues im Hause Orange Blue. Wer schon vorher Fan der Band war wird auch dieses Album mögen, auch alle anderen Freunde des gepflegten Kitsches können mit dem Kauf nichts falsch machen. Jeder andere wird das Ganze eventuell ein wenig zu schwülstig finden.

Anspieltipps:

  • It’s My Life
  • Superstar
  • Love & Fear
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