Guns N´ Roses - Appetite For Destruction - Cover
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Guns N´ Roses Appetite For Destruction


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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9.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn irgendein Musikmagazin die zehn wichtigsten Alben der Rockgeschichte wählt, kann man sicher sein, dass dieses Album immer darunter ist. „Appetite For Destruction“ prägte den Sound einer ganzen Generation, ohne wenn und aber handelt es sich bei dem Album um einen wahren Meilenstein.

Im Jahre 1985 fanden die Herren W. Axl Rose, Saul „Slash“ Hudson, Duff McKagan, Izzy Stradlin und Steven Adler zueinander und gründeten Guns N’ Roses, die zur „gefährlichsten Band der Welt“ werden sollten. 1987 waren dann die Aufnahmen zum Debüt beendet, die Themen des Album befassten mit dem Umfeld der Band, das damals tatsächlich noch aus Sex, Drugs und Rock’n’Roll bestand. Bis zum Erfolg dauerte es dann aber noch ein wenig, erst ein Jahr später eroberte „Appetite For Destruction“ der Billboard-Charts, gepusht durch den Erfolg der Auskopplung „Sweet Child O’ Mine“.

Dieser Song stellt auch gleichzeitig einen der absoluten Klassiker im Katalog der Gunners dar. Slashs Gitarrenintro, schräg wie eingängig, packt den Hörer und lässt ihn nicht mehr los. Sein unerreichtes Spiel prägt den gesamten Song und findet seinen Höhepunkt im Solo, bei dem man fast unwillkürlich die Luftgitarre auspackt und in ekstatische Zuckungen verfällt. Axl singt hier für seine Verhältnisse ungewöhnlich klar und melodiös, kein Wunder, richtet sich der Text doch an seine damalige Freundin Erin.

Mit „Welcome To The Jungle“ steht ein weiterer zeitloser Song am Anfang des Albums, der auch heute noch die Konzerte von (den seit damals deutlich umstrukturierten) Guns N’ Roses eröffnet. Gitarrenriffs, welche die Hauswände zum erzittern bringen, das tighte Zusammenspiel von Bass und Drums sowie Axls krächziger (im positiven Sinne) Gesang kombinieren sich zu einem mitreißenden Kracher. Den Refrain kann wirklich jeder spätestens nach dem ersten Hören mitsingen.

„It’s So Easy“ überzeugt mit geilen Bassläufen, bei „Nightrain“ packt Slash sein ganzes Können aus. „Paradise City“ ist DIE Stadionhymne schlechthin, die sich zum Ende hin fast selbst überschlägt. Eines der besten, oft unterbewertetes Lied ist „My Michelle“, dass unglaublich düster und aggressiv daherkommt. Das einzige wirkliche Füllmaterial auf „Appetite For Destruction“ ist „Anything Goes“, der zwar schön schnell, aber leider auch etwas eintönig ist.

Der komplexeste Song „Rocket Queen“ ist auch gleichzeitig der letzte des Albums. Der ungewöhnlich funkige Beginn zeigt, dass Guns N’ Roses sich auch nicht vor anderen Einflüssen verschließen. Es entwickelt sich ein melodiöser Rocksong, dem durch Axls Stimme etwas Besonderes verliehen wird. Hervorragend harmoniert er hier mit seiner Instrumentalistencrew. Nach dem zweiten Drittel des Tracks kommt es dann zu einem plötzlichen Tempowechsel, auch die Melodie ändert sich ins hymnische. Legenden rangen sich um das Gestöhne, dass an manchen Stellen zu hören ist. Angeblich wurde hierzu ein Techtelmechtel zwischen Axl und einer glücklichen Dame im Studio aufgezeichnet.

An der Höchstwertung lässt „Appetite“ nur „Anything Goes“ vorbeischießen, trotzdem darf die Scheibe in keiner vernünftigen CD-Sammlung fehlen. Man mag über die Eskapaden des paranoiden Frontmannes denken was man will, das erste Album der Gunners wird immer seinen festen Platz in der Musikgeschichte haben.

Anspieltipps:

  • Welcome To The Jungle
  • Nightrain
  • Paradise City
  • Sweet Child O’ Mine
  • Rocket Queen
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