Sabrina Setlur - Rot - Cover
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Sabrina Setlur Rot


  • Label: 3p/Groove Attack
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor zwei Jahren feierte Sabrina Setlur zehnjähriges Jubiläum als erfolgreichste Künstlerin im 3p-Stall. Doch schon damals war da klar, dass etwas passieren musste nach fünf Studioalben im typischen 3p-Produktionsstil von Moses Pelham und Martin Haas, der als stilistisches Markenzeichen sicher einen sehr hohen Wiedererkennungswert besitzt, sich im Laufe der vergangenen Jahre aber auch hörbar abnutzte.

Sabrina Setlurs letztes Werk „Sabs“ (11/2003) schlich überraschungsarm aus den Boxen und verdarb dem Hörer mit zu viel Routine den Spaß an den durchaus vorhandenen Oberklasse-Tracks, die auch noch unter einer Vielzahl von Lyrics zwischen peinlich-privat und ziemlich belanglos zu leiden hatten. Damit soll nun Schluss sein! Denn schon bei der ersten Singleauskopplung aus „Rot“, dem neuen Album von Sabrina Setlur, wollte man kaum seinen Ohren trauen. „Lauta“ überraschte mit elektronischen Sounds, unverbrauchten Samples und einem ungewöhnlichen Rhythmus. Allen, nur nicht der 3p-Schmiede, hätte man so einen progressiven Ansatz zugetraut. Respekt!

Natürlich wird bei Sabrina Setlur noch immer gerappt, doch ein dermaßen tanzbarer Sound-Unterbau war nicht zu erwarten. Die spannende Frage lautet jetzt, ob sich das gelungene Experiment durch alle Tracks auf „Rot“ zieht oder ob die 3p-Crew in ihren alten Trott verfällt und den Hörer damit im wahrsten Sinne des Wortes rotsehen lässt. Nun, wir wollen es nicht zu spannend machen. Und irgendwie war es auch abzusehen, dass „Rot“ nicht vollkommen auf Risiko setzt, sondern sehr wohl bekannte Elemente beinhalten würde, durch die immerhin mehr als zwei Millionen Sabrina-Setlur-Platten abgesetzt werden konnten. Diese Déjà-vu-Erlebnisse finden sich u.a. in „Lass mich los“, „Überleben“ , „Dieses Mal“ und „Fühlt sich gut an“.

Dennoch zählt „Rot“ zur Kategorie „dringend erforderlicher Neuanfang“ und meistert diesen mit Songs wie „Discolampen“, „I think I like it, „Im roten Raum“ und „Bald vielleicht o.k.“ recht gut, selbst wenn im Background immer wieder bekannte 3p-Stimmen von Sebastian Hämer, Moses Pelham und Cassandra Steen zu hören sind und damit mitunter etwas zu sehr auf vertraute Atmosphäre gesetzt wird. Unterm Strich ist das Verhältnis zwischen alten und neuen Sounds aber einigermaßen ausgeglichen, wodurch „Rot“ zu dem Neuanfang wird, der „Sabs“ schon vor vier Jahren hätte werden können.

Anspieltipps:

  • Lauta
  • Überleben
  • Discolampen
  • Im roten Raum
  • Als sei nix gewesen
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