Jesus On Extasy - Holy Beauty - Cover
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Jesus On Extasy Holy Beauty


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dorian Deveraux, der aus New Orleans stammende schillernde Frontmann der Newcomer Jesus On Extasy und Chai (Gitarre, Gesang, Synthesizer) trafen sich 2005 in Bochum und beschlossen, der dunklen, club-kompatiblen Musik einen individuelleren Ansatz entgegen zu setzen, der Gothic-Rock, Pop und Electro in sich vereint. Als Ergänzung des Line-Ups fanden sich die Musikerinnen Alicia Vayne (Gitarre) und Ophelia Dax (Synthesizer), die wie es scheint, vor allem die stark geschminkte optische Seite der Band verfeinern sollen. Wie dem auch sei, die Szenegänger danken Jesus On Extasy für ein tanzbares, von pulsierenden Maschinen getragenes Potpourri mit dem rasanten Ausverkauf der Debüt-EP „Assassinate Me“ und gehörigem Club-Airplay. Nun liegt das Debüt-Album „Holy Beauty“ vor und kommt phasenweise mit beeindruckender Spielfreude und überzeugender Dynamik daher.

Als Opener kommt das bereits bekannte „Assassinate Me“ rasant um die Ecke und gefällt durch flirrende Synthesizer und industrielle Gitarren-Sounds, die Dorian Deveraux um seine präsentations-lüsternden Vocals und eine selbstsichere, ausufernde Geste ergänzt. Auch wenn die Stimme stark an Marilyn Manson erinnert und zeitweise wie eine beabsichtigte 1:1-Kopie herüberkommt, sorgt sie für markante Fixpunkte im musikalischen Gewand von Jesus On Extasy. Während „Nuclear Bitch“ mit gepitchten, weiblichen Vocals und gradliniger Synthie-Ausrichtung wenig herausragend erneut in die Club-Kerbe schlägt, bietet das folgende „Drowning“ mehr Spannung und einen Refrain, der an die Eleganz von Wave-Pop heranreicht und sich sofort im Ohr festsetzt.

Apropos Wave-Pop: Die Chameleons erfahren mit der Cover-Version von ihrem „Second Skin“ eine zweifelhafte Ehre, die einerseits musikalisch gekonnt in die Welt von Jesus On Extasy transferiert wurde, doch in der vermeintlich aufgesetzten Dunkel-Ästhetik der Ruhrgebietler eher deplatziert wirkt. Überhaupt wirken die ruhigeren Momente auf „Holy Beauty“ nicht wirklich fesselnd und so kommt es dazu, dass das Album zur Mitte hin immer lähmender aus den Boxen kriecht und erst ein Industrial-Rocker mit Pop-Affinität wie B-Movies „Nowhere Girl“ sich wieder auf die Stärken des Quartetts besinnt. Richtig enttäuschend beschließt der harmlose KMFDM-Remix von „Assassinate Me“ ein Album, das neben durchaus zielstrebigen, mitreißenden Songs auch einige graue Momente der klischeebehafteten Lustlosigkeit an den Hörer weitergibt.

Anspieltipps:

  • Assassinate Me
  • Drowning
  • Nowhere Girl
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