Deftones - Around The Fur - Cover
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Deftones Around The Fur


  • Label: Maverick/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit ihrem Debüt schockten sie ordentlich unsere Hormone und nun sind sie wieder da. Nach dem mehr als gelungenen Erstling „Adrenaline“ bringen die fünf Mannen aus Sacramento ihren zweiten Longplayer in die Plattenläden. Zwei Jahre sind ins Land gestrichen und es war genug Zeit um an der eigenen Musik zu feilen und neue Eindrücke einfließen zu lassen. Chino Moreno & Co wollten sich schließlich nicht einfach nur wiederholen. Spätestens dann hätten Kritiker, die den Deftones Eintönigkeit vorwerfen, Gehör gefunden. Aber dem sollte es selbstverständlich nicht sein. War „Adrenaline“ noch von Achterbahnfahrten innerhalb eines einzelnen Stücks geprägt, präsentiert sich „Around The Fur“ viel abgeklärter. Die Arrangements wirken homogener und stimmiger, was aber keinesfalls der „Psycho-Atmosphäre“ schadet, die schon den Erstling ausgemacht hat. Die Stimmung wird durch die technisch feineren Züge sogar noch verstärkt. Die Deftones bieten ein atmosphärisch dichtes Album auf, welches Seinesgleichen sucht.

Gleich mit „My Own Summer (Shove It)“ offenbaren sich die klaren Strukturen des Albums. Minimal erinnert der ein oder andere Part an die Adrenalinachterbahn, aber hier herrscht noch mehr die Melodie vor, welche die Deftones immer wieder in unglaublicher Weise in ihren Refrains einsetzen. Das anschließende „Ihabia“ ist einer der Kernpunkte des Albums und ohne Übertreibung ein kleiner Meilenstein in Sachen Rockmusik. Diese Musik ist definitiv ihrer zeit voraus. Aber es wäre langweilig, wenn die Deftones sich auf diesem Album auf dieses Schema beschränken. Überraschende Momente und eingängige Melodien wie in „Mascara“ oder ganz besonders „Dai The Flu“ machen den zweiten Silberling der Band aus den Vereinigten Staaten zu einem Hörerlebnis der besseren Art. Besonders erwähnenswert ist aber auch, dass diesmal alle Scheu abgelegt wurde.

Erschien die erste Platte teilweise Progressiv, kommt „Around The Fur“ großteils als Metal-Album daher. „Rickets“ erscheint beinahe wie ein seichter Einstieg in eben diese Gefilde, wenn „Headup“ sich in den Ohren des Hörers ausbreitet. Man kann nur staunen, wie Moreno und Band es schaffen so dichte Stimmung zu erschaffen. Eine Klasse für sich ist daneben auch der Gesang Morenos, welcher sich schlicht und ergreifend nicht klassifizieren lässt. Da kommt mal ganz unerwartet ein Wutausbruch, nachdem die Stimme eben beinahe zerbrechlich wie dünnes Glas die Töne nur so heraushaucht. Besonderen Dank bei diesem Album gilt Plattendreher Frank Delgado, der es bei jedem Song schafft, die richtigen Effekte hervorzuheben und die Songs weiter zu schleifen. Dass die Lieder deswegen trotzdem sehr rau sein können beweist ein Rocker wie „Lotion“ beinahe im Alleingang.

Es ist erfreulich wie die Deftones es verstehen ihre Stärken auf dem Album auszuspielen und den Hörer mit jedem einzelnen Song mitzureißen. Sicher gibt es Ohren, die nur Krach in dieser Musik wieder finden, aber man darf berechtigterweise fragen, ob sie nur einfach noch nicht bereit für Musik à la Deftones sind. Weiterhin ist als erfreulich zu vermelden, dass auch diesmal nicht auf einen Hidden Track verzichtet wurde, welcher sich dieses Mal „Damone“ nennt. Ein Song, der mit seinem Gekreische und seinen vielen Schichten das Gesamtbild des Albums gut wiedergibt. Mit „Around The Fur“ wurden die letzten Hebel in Bewegung gesetzt, sodass man wirklich von einer Steigerung gegenüber dem letzten Album sprechen kann.

Anspieltipps:

  • My Own Summer (Shove It)
  • Ihabia
  • Be Quiet And Drive
  • Lotion
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