Melanie C - This Time - Cover
Große Ansicht

Melanie C This Time


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Was Frau Chisholm an ihrem vierten Output nach eigenen Angaben als „very fresh“ empfindet, wird nach der guten Dreiviertelstunde auf jeden Fall nicht klar.

Bei ihrer ersten Station im Musikbusiness wurde Melanie Chisholm als Hampelmann für die Spice Girls unter dem Namen Sporty Spice bekannt und mauserte sich nach deren Auflösung zu der interessantesten Künstlerin der 5 Gewürzmädels. Ihr Debüt „Northern star“ (1999) war nicht nur eine Mischung mehrerer Genres (Pop, Rock, Hip Hop), sondern auch deutlich spannungsgeladener als die anderen Outputs ihrer ehemaligen Kolleginnen, die deswegen auch ziemlich schnell in der Versenkung verschwunden waren.

Leider hielt Melanie C. das Level mit dem Nachfolger „Reason“ (2003) ganz und gar nicht und schiffte seelenruhig in radiokonformen Gewässern, was ihre Plattenfirma Virgin nach mäßigem Absatz mit einer Kündigung goutierte. Doch das Ex-Spice Girl rappelte sich auf, gründete ein eigenes Label namens Red Girl und nahm „Beautiful intentions“ (2005) im Alleingang auf. Das Werk blieb erneut wie Blei in den Regalen, doch durch den Titelsong „The first day of my life“ für die Telenovela „Julia – Wege zum Glück“ schoss die Single auf die Pole Position in der Schweiz und Deutschland, während die Neuauflage der dritten Platte den Vorgänger, was Verkaufszahlen anbelangt, bei weitem übertrumpfte.

Auf dem nun erscheinenden sukzessivem Oeuvre „This time“ besticht Frau Chisholm ein weiteres Mal mit unaufgeregten Popsongs, von denen mehr als die Hälfte bei einem Ohr hinein und beim anderen hinausgehen. Widerstand sucht man vergeblich, gerade einmal „Out of time“ bricht aus den immergleichen Schemen heraus und lässt einer E-Gitarre ab der Hälfte des Songs freien Lauf. Davor gibt es nicht viel Aufregendes zu vermelden. Mal gibt sich Mel C. Lagerfeuerromantik hin („What if i stay“), schrammelt in bewährten Balladenmustern vor sich hin („Forever again“, „Immune“) oder präsentiert leicht rockendes, harmloses Popgut, das weder weh tut noch spannend ist („Understand“, „This time“, „Carolyna“).

Zum Abschluss gibt es wenigstens noch eine rotzige Coverversion von „I want candy“, die zumindest mehr Biss hat als ein großer Teil der restlichen Kompositionen auf „This time“, aber dennoch davon zeugt auf welchem Niveau sich die Platte erstreckt. Was Frau Chisholm an ihrem vierten Output nach eigenen Angaben als „very fresh“ empfindet, wird nach der guten Dreiviertelstunde auf jeden Fall nicht klar.

Anspieltipps:

  • Carolyna
  • Out Of Time
  • Your Mistake
Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Melanie C“
comments powered by Disqus