Static-X - Cannibal - Cover
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Static-X Cannibal


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit „Cannibal” bringen Static-X bereits ihr fünftes Studioalbum auf den Markt. Doch bisher konnte Frontmann Wayne Static und seine Mannen in Deutschland nicht richtig Fuß fassen. Ein Grund dafür ist sicherlich der kalte, rohe Sound, den die vier Durchgeknallten aus Wisconsin verbreiten. „Evil Disco“ nennt Static den unverwechselbaren Stil von Static-X. Eine nette Umschreibung für ihr raues Industrial-Metal-Gewitter, das dem Hörer erbarmungslos um die Ohren gepeitscht wird.

Versuchte man 2003 auf „Shadow Zone“ etwas kläglich verstärkt NuMetal-Elemente in den Sound einzubinden und klang man auf der letzten Platte „Start A War“ teilweise ungewohnt alternativ (das aber deutlich versierter), findet man auf „Cannibal“ zu alten Stärken zurück, die auch ihre ersten beiden Platten „Wisconsin Death Trip“ und „Machine“ auszeichneten: Ohne viel Schnörkel wird gnadenlos nach vorne geprescht und nicht lange lamentiert. Hier wird Nägel mit Köpfen gemacht! Hinzu kommen noch allerlei Elektronik-Spielereien und mehrere Gitarrensoli. Das sind Static-X anno 2007.

Der Titeltrack „Cannibal“ knallt gleich heftig, mit grobem Industrial-Anstrich durch die Boxen. Mit einem Gitarrensolo und einem krachenden Finale versehen, spiegelt dieser Song den Gesamtsound des Albums hervorragend wider und kristallisiert sich als eines der Highlights heraus. „No Submission“ ist auch auf dem Saw 3 Soundtrack vertreten und stellt sich mit seinem Stakkato-Riffing und den hektischen Drums als richtiges Biest dar. Das elektronisch eingeleitete „Behemoth“ besticht durch Doublebass-Attacken und einen überraschenden Bruch, der ein abgedrehtes Elektrogitarren-Solo auf Disco-Beat einleitet. Bei „Chemical Logic“ unterhält sich eine verzerrte Computerstimme mit dem Hörer, während sich die Gitarrenriffs durchs Nervenzentrum schneiden. „Destroyer“ geht im Anschluss etwas unter. Da fehlt es an gewollter Unausgeglichenheit.

„Forty Ways“ macht das wieder wett und knallt in typischer, erbarmungsloser Static-X-Manier vor den Latz. „Chroma-Matic“ groovt höllisch lässig drauf los, während die Strophe in „Cuts You Up“ straight, mit sonar-ähnlichen Elektrogimmicks unterlegt, daherkommt. Wie eine Polka im Industrial-Gewand beginnt „Reptile“ und erinnert an ausgeflippte Strapping Young Lad-Nummern. Anschließend schafft es „Electric Pulse“ nicht über einen 08/15 Static-X-Song hinaus, doch „Goat“ bringt etwas Abwechslung durch die fast schon funkig agierende Rhythmusfraktion. Zum Abschluss bietet „Team Hate“ leider nur simpelste Kost um wenigstens die halbe Stunde Albumlaufzeit hinter sich zu lassen.

Alles in allem machen Static-X auf „Cannibal“ nichts Neues, sondern nur das, was man von ihnen erwartet. Die Songstrukturen sind gewohnt einfach gehalten und Wayne Statics Gesang (oder besser: Geschrei) sorgt für keinerlei Überraschungen, dafür wirkt ihr Sound wieder kompromisslos und klinisch. Der Verzicht auf markante Neuerungen verhindert zwar einen musikalischen Blindgänger, dafür hält sich aber auch die Freude über den fünften Sprössling der „Evil-Rocker“ in Grenzen.

Anspieltipps:

  • Cannibal
  • Behemoth
  • Forty Ways
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