Black Stone Cherry - Black Stone Cherry - Cover
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Black Stone Cherry Black Stone Cherry


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Black Stone Cherry haben noch Großes vor.

Anständigen Kickass Rock´n´Roll mit der richtigen Prise Verspieltheit bietet das Debüt der Südstaatenrocker Black Stone Cherry feil. Und obwohl die Idole der zwischen 20 und 23 Jahre alten Mitglieder jederzeit auf der Hand liegen und unüberhörbar sind, so ist es doch die moderne Ausrichtung, die Stücke wie „Last train“, „Rain wizard“, „Maybe someday“ oder „Hell and high water“ zu einem Vergnügen machen, das man bereits von Musik aus dieser Region Amerikas gewohnt ist. Genauer gesagt kommen Chris Robertson (Gesang, Gitarre), Ben Wells (Gitarre), John Lawhon (Bass) und Jon Fred Young (Schlagzeug) aus Edmonton im Süden des US-Bundesstaates Kentucky, wo es laut ihren eigenen Angaben dermaßen öde ist, dass man „in der Mitte vom Nirgendwo“ regelrecht dazu gezwungen ist seinen eigenen Stil zu finden, „to entertain yourself“.

Nach dem ersten Durchgang des selbstbetitelten Debüts ist vor allem eins sicher: Langweilig war den Jungs damit sicher nicht, denn wer die Trockenheit und den Charme von Lynyrd Skynyrd mit einer derartig saftigen Produktion mischen lässt, die einen zusätzlich aus den Socken bläst, dann verpuffen sämtliche Anfälle von Fadesse mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Staub. Nachdem bereits der Opener „Rain wizard“ und „Backwoods gold“ über den Hörer hinweggefegt ist, steigern sich die Jungs in „Lonely train“ mit jedem Instrument in winzige, detaillierte und verspielte Patterns hinein, schnalzen diese wütend aus sich heraus und versohlen dem noch Ahnungslosen Individuum vor dem Lautsprecher den Hintern. Da vergisst man sämtliche Anbandlungen mit Nickelback oder die Nähe zu Hinder, von denen allerdings nicht die eindeutig zweideutigen Texte als Anreiz genommen wurden, denn Black Stone Cherry haben einfach den Rhythmus im Blut und sowieso mehr Eier in der Hose als Chad Kroeger.

Nach mehreren mächtig aufbegehrenden Tracks wird mit „Hell and high water” das Tempo ein wenig zurückgefahren, nur um es in „Shapes of things” und “Violator girl” wiederum abschwellen zu lassen, damit die Platte auch ja keinen Kabelbrand in den Boxen verursacht. Schuld daran ist unter anderem das herrlich aggressive Organ von Robertson, der mit leicht gurgelndem Unterton in der Stimme den Stücken den richtigen Drive und eine zusätzliche Prise Wiedererkennungswert verleiht. Damit überzeugt er ebenso im etwas gesetzteren „Tired of the rain“ und im gelungenen Abschluss „Rollin´ on“, das sich prinzipiell wie ein rauerer Highschool-Rocksong anfühlt, jedoch ständig versucht aus seiner aufblitzenden Radiokonformität auszubrechen. In „Maybe someday“ schreit sich Robertson die Textzeile „I´ve got to rock and roll“ von der Seele. Eine Aussage, der nur mit einem anschließenden „Hell yeah” Tribut gezollt werden kann. Und Black Stone Cherry selbst? Die haben noch Großes vor.

Anspieltipps:

  • Drive
  • Rollin´ On
  • Lonely Train
  • Shooting Star
  • Crosstown Woman
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