Stephen Marley - Mind Control - Cover
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Stephen Marley Mind Control


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Musikbusiness kennt Stephen Marley schon länger. Als Steppke lernte er bei den Touren mit seinem Vater Bob Marley schon früh wo die Bühne steht und zusammen mit seinen Brüdern produzierte er Songs, die das musikalische Erbe seines leider früh verstorbenen Vaters weiterleben liessen. Doch irgendwie fehlte immer die Zeit zum eigenen Longplayer, nun ist es aber endlich soweit.

Natürlich schrieb der zweitälteste der Marley-Söhne alle Song selbst und in der Heimat Jamaika wurde das Werk eingespielt. Als Gastmusiker lud sich Stephen Marley Rapper Mos Def, seine Brüder Damian und Julian Marley und Ben Harper ins heimische Studio ein. Die erste Singleauskoppelung und gleichzeitig das Titelstück „Mind Control“ eröffnet den Debütlongplayer des 34-Jährigen. Ein gesellschaftskritischer Text wird mit einer Reggaemischung untermalt, die sehr modern und doch herrlich altmodisch klingt. Mit leicht elektronisch verzerrter Stimme groovt es sommerlich aus den Boxen. Der zweite Track „Hey Baby“ bekommt eine gehörige Prise HipHop verpasst, die natürlich Gastrapper Mos Def noch fördert, auf diese hohe Qualität wären hauptamtliche Rapper stolz.

„Iron Bars“ mit Bruder Julian vermischt ebenfalls Reagge- und HipHop-Elemente, für Reggaepuristen stellt das eine gewöhnungsbedürftige Sache dar. „Traffic Jam“ mit Damian Marley beamt sich ins nahegelegene Ragga-Universum, da wandert die gewollte Monotonie des Gesangs hart am Rande der Nervensäge und endet doch als Ohrwurm. Eine richtige traurige Trennungsschmerzballade, „You're gonna leave“, beweist, dass Stephen offensichtlich nicht nur gute Reaggesongs schreiben kann, denn dieses recht ruhige Etwas aus sanftem Reggae mit souligen Anleihen vermittelt wirklich sehr viel Gefühl. Beim Schlusstrack „Inna di Red“ greift Gastmusiker Ben Harper zur Steelgitarre und diesmal nimmt Stephen Marley jamaikanische, also karibische Rhythmen, ins musikalische Boot und viel Sonnenschein strömt ins Ohr.

Es gibt kaum Ausfälle auf dieser CD, doch bleibt songwriterisch sicher noch etwas zu tun, um wirklich Klassikerstatus zu erreichen. Die Vermischung der Genres HipHop, Reggae und sogar Pop klingt sehr gut und lässt einem keine Wahl, das Album nicht zu mögen, wenn man Black Music bevorzugt. Die Bob-Marley-Fans müssen sich an dieses musikalische Mix-Kunstwerk erst noch gewöhnen, doch moderner Reggae öffnet sich nicht nur wegen der Eingängigkeit auch anderen Stilrichtungen.

Anspieltipps:

  • Mind Control
  • Hey Baby
  • Iron stars
  • You're gonna leave
  • Inna di Red
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