Middian - Age Eternal - Cover
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Middian Age Eternal


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 57 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein Intro. Keine Einleitung. Kein Vorgeplänkel. „Age eternal“ springt dem Hörer ab Sekunde 1 an den Latz und lässt ihn für die folgenden 4½ Minuten nicht mehr los. Ein doomverseuchtes Stoner Rock-Szenario wütet unaufhaltsam, die Vocals sind nicht mehr als düsteres Beiwerk, eine Marionette für das diabolische Vergnügen der Instrumente sich wie ein rabiates Monster zu gebärden, das einmal gefangen und kurzzeitig ruhig gestellt wieder beginnt wie wild um sich zu schlagen. Die Verantwortlichen hinter diesem bestialischem Ungetüm, das über 9 Minuten unter dem Namen „Dreamless eye“ als Opener für das vorliegende Debüt von Middian fungieren darf, nennen sich Mike Scheidt (Gesang, Gitarre), Will Lindsay (Bass) und Scott Headrick (Schlagzeug). Ersterer hat sich in der Doom-Szene als Gründungsmitglied von YOB bereits einen mehr als veritablen Namen gemacht und mit Alben wie „The illusion of motion“ (11/2004) einmal mehr gezeigt, in welchem Ausmaß die Thronfolge von Black Sabbath bestritten wird.

Durch interne Streitigkeiten entschied sich Scheidt dazu YOB aufzulösen und mit zwei Kumpels fortan unter dem Namen Middian zu zocken. Wahrlich kein schlechter Entschluss, offenbart „Age eternal“ gleich vier grandiose Doom-Perlen, die durch einen eiskalten Stoner-Einschlag weitaus härter ans Werk gehen als gewohnt. Lediglich mit „Sink to the center“, dem viertelstündigen Abschluss, befindet sich der Hörer auf einem krawallwütigen Drogentrip ins Ungewisse, der aufgrund der geradlinigen Fadesse eher als missglückte Jam-Session durchgeht als wirklich zu beeindrucken oder irgendeinen künstlerischen Anspruch zu bedienen. Selbst wenn ab der Hälfte des Tracks gegenläufige und aufjaulende Gitarren einsetzen, die zumindest einen neuen Ansatz in den Song einflechten, sieht man sich gezwungen die Skip-Taste seiner Fernbedienung zu benutzen.

Ansonsten gibt es jedoch nichts auszusetzen. Der Aufbau der durchschnittlich zehnminütigen Stücke kann sich durchaus mit dem Frühwerk von Osborne & Co. messen und selbst wenn „The blood of icons“ anfangs wegen seiner düsteren Bassläufe an Tool erinnert oder der Titeltrack nur schwer in Gang zu kommen scheint und einige Reminiszenzen zu Celtic Frost aufweist, auf „Age eternal“ sind drei Musiker am Werk, die ihre Ehrfurcht vor dem eigenen Material spüren lassen und dieses daher mit einer Hingabe einspielen, das man sich direkt ins Jahr 1970 zurückversetzt fühlt als der Doom Metal erfunden wurde. Und so einen uninspirierten Mist wie „Sink to the center“ vergessen wir mal ganz schnell. Schließlich hat mal jeder einen schlechten Tag.

Anspieltipps:

  • Age Eternal
  • The Blood Of Icons
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