Rajaton - Sings ABBA With Lahti Symphony Orchestra - Cover
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Rajaton Sings ABBA With Lahti Symphony Orchestra


  • Label: Plastinka/Just Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass Finnland zwischen all der rotweingetränkten Melancholie auch leicht verdauliche Vokal-Arbeit samt orchestraler Begleitung mit jeder Menge positiver Energien zu schätzen weiß, erfuhr das A Cappella-Ensemble Rajaton, als es mit seinem Tribut an die skandinavischen Nachbarn ABBA, „Rajaton Sings ABBA With Lahti Symphony Orchestra“ betitelt, in die finnischen Album-Charts auf Platz 1 einstieg. Es folgten Gold und Platin für diese Aufarbeitung einiger ABBA-Songs mit dem besagten Orchester und ausverkaufte Konzerte in Finnland sowie den USA. Da für 2007 und 2008 weitere Auftritte des Sextetts mit dem Programm „Thank You For The Music“ geplant sind und Rajaton bereits auf sieben Alben zurückblicken können, ist es allemal Zeit, sich dieser Interpretation schwedischer Pop-Unsterblichkeit zu widmen.

Glamourös steigt das kraftvolle Zusammenspiel der Stimmen mit orchestraler Begleitung anhand von „Dancing Queen“ in den Longplayer ein und lässt durch die etwas zu dominanten Streicher- sowie Bläser-Fraktionen wenig Raum für die klassisch ausgebildeten Klangfarben der Sänger/innen, was einem vor allem im Vergleich zum großartigen „Head Over Heels“ (welches genauso wie „Voulez-Vous“ und „Fernando“ nur von den Stimmen vorgetragen wird und dadurch an Interesse gewinnt) auffällt. Da zeigt es sich deutlich, welch Klasse die Damen und Herren von Rajaton allein mit ihrem Gesang und den klangmalerischen Stimmlauten für sich beanspruchen. Faszinierend und belebend zugleich zeigen die Finnen, dass es für musikalische Unterhaltung manchmal „nur“ ausgebildeter Stimmen bedarf.

Doch auch das Lahti Symphony Orchestra hat seine guten Momenten, wie etwa das zart tänzelnde Piano bei „Chiquitita“ zeigt, während „One Of Us“ mit klebrigen Flöten-Beigaben und eher durchschnittlichem, männlichen Gesang holprig ins Ziel gelangt und man in diesem Fall wesentlich lieber zum Original greift. Wer eher traditionell verwurzelt ist, dürfte auch bei der menschlichen Beatbox von „Voulez-Vous“ ins Straucheln kommen und schnell weiter skippen, wo „Does Your Mother Know“ lustvoll vom Orchester gefördert eine Schippe Catchyness oben drauf legt und das Tanzbein nicht außerhalb der Reichweite ungenutzt verweilen sollte. Das geht ins Ohr und gefällt durch eine ausbalancierte Instrumentierung und hochwertig vorgetragene Vokal-Intonationen, wobei diese Beurteilung auch für weite Strecken des Albums gilt, wenn man oben genannte Schönheitsfehler und die fragwürdige Berechtigung der x-ten ABBA-Adaption nicht beachtet, was während der 55 Minuten allerdings zugegeben schwer fällt.

Anspieltipps:

  • Chiquitita
  • Head Over Heels
  • Fernando
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