Letzte Instanz - Wir Sind Gold - Cover
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Letzte Instanz Wir Sind Gold


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Band sollte ein wenig an sich arbeiten, um wieder zu alter Form zu finden.

Bis zum letzten Album „Ins Licht“ war die Geschichte der Ost/West-Kollaboration Letzte Instanz sehr von den ständigen Line-Up-Wechseln geprägt, doch scheint dieser Teufelsbann nun endlich gebrochen zu sein. Mehr als 70 Konzerte und ein neues Album in gleicher Besetzung, für die Band eine wahre Bestleistung. Kein Wunder, dass sie da „Wir sind gold“ jubilieren. Ob es jedoch mit dem neuen Album gelingen wird, jene Fans zurückgewinnen, welche mit „Ins Licht“ verjagt wurden, ist fraglich. Zwar gibt es wieder mehr Instanz-typische Elemente, das Feeling der ersten Platten will sich aber einfach nicht mehr einstellen.

Die ersten drei Songs sind allesamt gutklassig, vor allem der Opener „Du und ich“ kommt schön straight daher, erinnern von Aufbau und Melodieführung allerdings stark an Subway To Sally. Die Streicher scheinen auch etwas in den Hintergrund gerückt zu sein. Eigenständigkeit beweisen Letzte Instanz vor allem bei den ruhigeren Stücken, was „Wir sind allein“ eindrucksvoll zeigt. Der Song stammt im Original von den seligen Crossover-Helden The Inchtabokatables, wurde hier aber kräftig umgekrempelt. Der Text dreht sich um das Gefühl der Zusammengehörigkeit und wird von Sänger Hollys warmer Stimme intensiv vorgetragen wird. Auch der Kinderchor im letzten Drittel passt gut ins Bild-

Weiter geht es mit „Komm nie zurück“, dem Highlight der Platte. Streicher und Akustikgitarre legen ein getragenes Intro vor, in das die Rhythmussektion groovend einsteigt. Der Refrain übertrifft dann mit seiner schlichten, aber wunderschönen Melodie alles andere auf dem Album. Auch die folgenden „Der ewige Kreis“ und „Monument der Stille“ sind eher langsam gehalten und können überzeugen.

Die zweite Hälfte von „Wir sind gold“ kann dann mit der ersten nicht mehr mithalten. Alle Lieder sind gut produziert und erstklassig gespielt, der Funke möchte trotzdem nicht überspringen. Einzig „Maskenball“ begeistert mit tanzflächenfüllendem Beat und nettem Einsatz der Sopran-Gastsängerin Christiane Karg. Ihr elektronisch verfremdeter Gesang erinnert dabei etwas an den Soundtrack von „Das fünfte Element“.

Doch auch solche Songs sichern dem Album nur einen Platz im oberen Mittelfeld. Die Fähigkeiten sind vorhanden, doch fehlt vielen Songs einfach die Seele. Vielleicht liegt es daran, dass viele Lieder im Tourbus entstanden, vielleicht sollte die Band aber auch nur ein wenig an sich arbeiten, um wieder zu alter Form zu finden.

Anspieltipps:

  • Wir sind allein
  • Komm nie zurück
  • Maskenball
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