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Diverse Endless Highway: The Music Of The Band


  • Label: 429 Records/SonyBMG
  • Laufzeit: 79 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn wir uns an dieser Stelle wiederholen: Mit Tribute-Alben ist das so eine Sache. Brauchen tut sie eigentlich keiner; und dennoch geht von ihnen eine kaum greifbare Spannung aus. Viele Fans wollen eben wissen, was andere Musiker aus den Songs ihre Lieblinge machen – auch wenn sich die Ergebnisse in vielen Fällen zwischen langweilig, bemüht und ganz schön peinlich bewegen. Doch Ausnahmen bestätigen (wie immer) die Regel. Ausnahmen wie „Endless Highway: The Music Of The Band“, ein liebevoll zusammengestellter Tribut-Sampler, der eine der einflussreichsten Folk-Rockgruppen der 60er und 70er Jahre aus dem direkten Umfeld von Bob Dylan ehrt: The Band.

Die Besetzung von The Band ging aus der Begleitband von Ronnie Hawkins hervor, in der sie bis in die frühen 60er Jahre spielten. Danach machten sich die Musiker Rick Danko (Bass, Gesang), Levon Helm (Drums, Gesang), Garth Hudson (Orgel, Saxophon), Richard Manuel (Keyboards, Gesang) und Robbie Robertson (Gitarre, Piano, Gesang) sozusagen selbstständig, wobei Bob Dylan als Entdecker und besonderer Förderer genannt werden muss. Das Quintett wurde für einige Jahre die Backingband von Dylan und spielte mehrere Alben mit ihm ein, darunter die legendären, lange Zeit nur als Bootleg erhältlichen „Basement Tapes“ (1967, veröffentlicht 1975). Die Karriere von The Band endete 1976 mit einem fünfstündigen Abschiedskonzert, das von Martin Scorsese in dem dokumentarischen Konzertfilm „The Last Waltz“ festgehalten wurde. Dabei traten berühmte Kollegen wie Neil Young, Ringo Starr, Joni Mitchell, Bob Dylan und Eric Clapton auf.

Zum dreißigjährigen Jubiläum von „The Last Waltz“, des vielleicht besten Konzertfilms aller Zeiten, haben Stu Fine, Steve Vining und Artie Traum, der die ausführlichen Liner Notes verfasste, den vorliegenden Tribute-Sampler zusammengestellt, der mit einer bemerkenswerten Künstlerauswahl aus der Reihe fällt. So konnten u.a. Tracks von Jack Johnson, Death Cab For Cutie, Rosanne Cash, Gomez, My Morning Jacket, Bruce Hornsby, Lee Ann Womack, Jakob Dylan, Widespread Panic und der Allman Brothers Band verwendet werden. Doch auch diese Künstlerzusammenstellung klärt noch nicht die Frage, die im Zusammenhang mit Samplern wie „Endless Highway“ regelmäßig gestellt wird: Sollen die Songs originalgetreu nachgespielt werden oder einen deutlichen Neuanstrich erhalten?

Hier haben sich die Beteiligten für die goldene Mitte entschieden. So bringt Lee Ann Womack ihren typischen Country-Twang in „The weight“ ein, Widespread Panic lassen in „Chest fever“ ordentlich die Wurlitzer heulen, Jack Johnson zeigt mit „I shall be released“, dass er nicht nur akustische Schmusemusik machen kann und My Morning Jacket stanzen eine grandiose Version von „It makes no difference“ in den mit 80 Minuten randvollen Silberling. Weiterhin anerkennenswert: Steve Reynolds mit dem eindringlichen „Stage fright“, The Roches, die das atmosphärische „Acadian driftwood“ darbieten und natürlich die Leisetreter von Death Cab For Cutie, die den „Rockin’ chair“ entsprechend gemütlich ins Ziel schaukeln. Alles schön, alles gut, wobei es auch ein paar nicht ganz so aufregende Interpretationen gibt. Aber darüber breiten wir in Anbetracht dieser dann doch recht guten Tribute-Platte den Mantel des Schweigens.

Anspieltipps:

  • This wheel’s on fire (Guster)
  • The weight (Lee Ann Womack)
  • Acadian driftwood (The Roches)
  • I shall be released (Jack Johnson with ALO)
  • It makes no difference (My Morning Jacket)
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