Klaxons - Myths Of The Near Future - Cover
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Klaxons Myths Of The Near Future


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Myths Of The Near Future“ ist hektisch, psychedelisch erhaben und ein starker Willkommensgruß, mit dem sich die Klaxons nachhaltig für die Zukunft empfehlen.

Wieder einmal gehen die Briten steil, wie Lobpreisungen in NME sowie The Sun und ein bestens besuchter Festival-Auftritt beim Reading-Festival vermuten lassen. Das hier nahezu verehrte Trio heißt Klaxons, ohne „The“, stattdessen aber mit James Ford (Simian bzw. jetzt Simian Mobile Disco) als Produzent und Schlagzeuger. Nach den ersten 500 in Eigenregie veröffentlichten Singles zu „Gravity´s Rainbow“, die mit selbst gemalten Cover aufwarten konnten, geistert der von Bassist Jamie Reynolds vor längerer Zeit gestreute Begriff „Nu-Rave“ durch England und die Klaxons heizen der schnell wachsenden Fangemeinde mit ihrer zweiten Single „Atlantis To Interzone“ und Sirenen-Sounds noch weiter ein, so dass der Debüt-Longplayer „Myths Of The Near Future“ schon einiges bieten sollte, um die anfänglichen Erfolge nicht gleich wieder zunichte zu machen.

Wenn man sich mit dem Gedanken abgefunden hat, hier doch kein proklamiertes Revival des UK-Rave der Neunziger zu hören, kann der Stilmix des Trios durchaus erquickend munden, wobei der Opener „Two Receivers“ mit seinen unterschwellig scheppernden Drums, apokalyptischen Synthies und dem sphärische Höhen erreichenden Gesang im Vergleich zu so manch anderem Song des Debüts etwas zu zahm und spannungsarm den Auftakt macht. Dagegen raubt einem „Atlantis To Interzone“ schlicht den Atem und dringt tief ins Mark, ohne auf Harmonien und Tanzbarkeit verzichten zu müssen. Die oben bereits genannten sirenenartigen Electro-Soundschichten gesellen sich zum treibenden Drumming und unverhofften Tempi-Wechseln, die den schrill besungenen Refrain samt pulsierender Gitarre so überraschend wie hochgradig dynamisch aus den Boxen perlen lassen.

Die Single „Golden Skans“ lädt dann wieder zum Herunterkommen ein und ist nichts weiter als ein netter Indie-Hit, der die Kids in den Clubs bedient, sich aber für das heimische Konsumieren nur mäßig empfiehlt. Erneut folgt das Gegenstück auf dem Fuß, nennt sich „Totem On The Timeline“ und entzückt mit flirrenden, fordernden Gitarren. Zwischen destruktivem Noise-Rock und melancholischem Pop-Elementen wankt das passend zur Musik betitelte „As Above, So Below“ und kommt dabei höchst schnittig um die Ecke, so dass ein Wiederhören dieses Musik gewordenen Bastards Pflicht ist. So verhält es sich dann auch mit dem gesamten Longplayer, der aufgrund seiner Stil-Vielfalt entdeckt werden möchte und genügend einprägsame Ankerpunkte dafür liefert. „Myths Of The Near Future“ ist hektisch, psychedelisch erhaben und ein starker Willkommensgruß, mit dem sich die Klaxons trotz seltener Schwachstellen durchaus nachhaltig für die Zukunft empfehlen.

Anspieltipps:

  • Atlantis To Interzone
  • As Above, So Below
  • Magick
  • It's Not Over Yet
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