The Used - Lies For The Liars - Cover
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The Used Lies For The Liars


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Überkandidelter Pseudo-Prog-Pop-Rock mit Bläsern und Good-Charlotte-Melodien.

Mit ihrem radikalen Debütalbum machten The Used der Emo-/Screamo-Gemeinde vor fünf Jahren ein großes Geschenk, nur um nicht wenige ihrer Jünger zwei Jahre später mit einem ziemlich poppig ausgerichteten Rockalbum („In Love & Death“) zu verschrecken. Dennoch haben beide Werke ihre Fans gefunden, was sich ganz besonders in den USA in Platinauszeichnungen für jeweils über eine Million verkaufte Exemplare auswirkte.

Auf ihrem dritten Studioalbum „Lies For The Liars“ tendieren die Amerikaner noch mehr denn je in Richtung eingängiger, poporientierter Musik und machen gar keinen Hehl daraus: „Wir wollten uns weiterentwickeln und dabei experimentieren, aber wir wollten auch, dass die Songs zugänglich und direkt bleiben. Sie kommen direkt auf dich zu, ohne Umwege“ (Gitarrist Quinn Allmann). Was der gute Mann vergessen hat zu erwähnen: Die Songs kommen nicht nur ohne Umweg auf den Hörer zu, sie verlassen Gehör und Gehirn auch in Windeseile wieder, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Die Songs wirken größtenteils einfach nur aufgeblasen und überfrachtet und fallen wie eine Horde Hornissen über den Konsumenten her. Es ist schier unglaublich, was The Used und Produzent John Feldmann (u.a. Goldfinger, Mest, Ashlee Simpson) alles in drei Minütchen pro Song verpacken wollen: Screamo-Elemente, Art-Rock-Firlefanz á la My Chemical Romance, dramatische Breaks, satte Riffs und darüber thront, wenn’s geht, immer eine Melodie, mit der auch Popfans etwas anfangen können. Ganz ehrlich, das macht keinen Sinn, wirkt total nervös und zerfahren und ist zudem vollkommen überflüssig, da die Platte am Ende nur schlappe 40 Minuten Spielzeit vorweisen kann. Warum also diese Hetzerei, die den Songs überhaupt keine Luft zum atmen lässt?

Wer in der Lage ist, Stücke wie das im Ansatz recht progressive „The bird and the worm“ zu schreiben, muss doch versuchen mehr herauszuholen, als einen schnellen Ritt auf der Hardrockrasierklinge. Wirklich merkwürdig und entweder ein Zeichen von Inkonsequenz oder Inkompetenz. Dann sollen die The-Used-Jungs lieber fette Hymnen wie „Earthquake“, radiotaugliche Balladen wie „Smother me“ oder tanzbare Rockdiscoknaller wie „Hospital“ abliefern. Das beherrschen sie aus dem Effeff. Aber nicht diesen überkandidelten Pseudo-Prog-Pop-Rock mit Bläsern und Good-Charlotte-Melodien. Pfui!

Anspieltipps:

  • The ripper
  • Earthquake
  • Smother me
  • Pretty handsome awkward
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