The Rakes - Ten New Messages - Cover
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The Rakes Ten New Messages


  • Label: V2/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

The Rakes – wohl eine der zu spätesten Bands aller Zeiten. Ihr Debüt „Capture/Release“ erschien zu einer Zeit, als Bands wie Maximo Park oder Bloc Party bereits die neuen Sensationen des britischen „New New Wave“ waren. Zu allem Überfluss waren die Arctic Monkeys gerade dabei, für Furore zu sorgen und alle Rockwelt wartete gespannt auf deren Debütalbum. Was bei besserem Timing finanziell durchaus ein Porsche für die Bandmitglieder hätte werden können, wurde zum gebrauchten Golf, obwohl „Capture/Release“ zu einigen UK Top 10 Alben dieser Tage (z.B. Hard-Fi – Stars Of CCTV) keinesfalls abfiel. Ganz im Gegenteil. Diesmal hieß es also: ranhalten und auf den Zug der bekannteren „New New Wave“ Bands aufspringen, die 2007 ebenfalls ihren Zweitling veröffentlichen. Zehn neue Nachrichten haben sie dieses Mal für ihre Hörer hinterlassen – ob sich das Abhören lohnt?

Markant wie bereits auf dem ersten Album präsentiert sich die Rakes schon im ersten Song „World Was A Mess But His Hair Was Perfect“. Ihren eigenen Stil scheien sie also gefunden zu haben, auch dank der einprägsamen Gitarrenriffs von Matthew Swinnerton und der vertraut klingenden, aber doch einzigartigen Art und Weise von Leadsänger Allan Donahue, seine Lyrics vorzutragen. Ihre Texte erzählen Geschichten von durchgezechten Nächten (World Was A Mess But His Hair Was Perfect), vergangenen Liebschaften (Little Superstitions), neuen Liebschaften (We Danced Together) oder weinerlichen Schauspielern (When Tom Cruise Cries). Rein textlich lohnt es sich also auf alle Fälle The Rakes zu lauschen, musikalisch sorgte bereits die Vorabsingle „We Danced Together“ für gute Laune und hegte ein wenig Vorfreude auf „Ten New Messages“. Unaufhaltsam prügeln das Schlagzeug und der rhythmisch starke Bass den Song zum kommenden Klassiker in den Clubs.

In „Trouble“ lässt sich die Band nicht stoppen und rockt unbeirrt weiter, bevor die Platte mit „Suspicious Eyes“ ihren strahlenden Höhepunkt erreicht: die Hookline des Songs reißt sofort mit, die ausgefallene Gesangsmelodie geht sofort ins Ohr. Der absolut gelungene Refrain rundet den Track ab. Schließlich verleihen noch einige interessant klingende Sprachsamples, zum Beispiel am Ende jedes Refrains, „Suspicious Eyes“ die finale Würze.

Musikalisch wie textlich wird es auch in den hinteren Gefilden des Albums nicht langweilig, die Songs bleiben mitreißend und abwechslungsreich arrangiert und es scheint schier unglaublich, dass The Rakes es bisher nicht geschafft haben, auf der monströsen Erfolgswelle britischer Bands zu reiten, denn die Frage, ob es sich den lohnen würde die Nachrichten abzuhören ist eindeutig mit „Ja“ zu beantworten. Doch gleich wirft sich eine neue Frage auf: Wieso habe ich nie solch abgefahrene Nachrichten auf meinem Anrufbeantworter?

Anspieltipps:

  • Little Superstitions
  • We Danced Together
  • Suspicious Eyes
  • When Tom Cruise Cries
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