Patrick Wolf - The Magic Position - Cover
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Patrick Wolf The Magic Position


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Liebe Leser, entschuldigen Sie vielmals, aber erlauben Sie mir bitte zu sagen, was wohl ein jeder beim Anblick dieses Künstlers empfindet. Einfach frei von der Leber weg, ganz ohne pseudo-moralische Empfindsamkeiten: Noch tuntiger als Patrick Wolf kann man wirklich nicht rumlaufen. Punkt. Sämtliche Klischees bedienend, zeigt sich der 23-Jährige mit orangegefärbten Haaren, rotem T-Shirt zu grünem Pailletten-Hemd, bunten Socken und goldenen Schuhen. Eine optische Magenverstimmung, wie sie im Buche steht – auch für Nicht-Spießer.

Bauchschmerzen bereitet auch die Biographie des jungen Herrn, die man (wenn man denn will) glauben kann. Man kann es aber auch getrost sein lassen, der Promo-Abteilung die Geschichte vom Wunderkind abzukaufen, das mit jungen Jahren von Zuhause auszog, um die Popwelt zu erobern. Nehmen wir uns lieber die Fakten vor: Herr Wolf hat bisher zwei Soloalben veröffentlich („Lycanthropy“, 2003 und „Wind In The Wires“, 2005), die beide verkaufstechnisch keine Rolle spielten. Trotzdem hat er inzwischen einen Majordeal mit Universal in der Tasche, die sein Drittwerk „The Magic Position“ zuerst in England und zwei Monate später in Deutschland auf den Markt bringen.

Auf dem Cover zu „The Magic Position“ lümmelt sich der gute Patrick in super-trashigen Klamotten auf einem Kinderkarussell herum – und was soll man sagen? Nach Kinderkarussell, Zuckerwatte und zuviel Brause klingen auch die 13 Songs auf dieser Platte. Alles geht, nichts muss. Posaunen jagen Technorhythmen, Glockenspiele duellieren sich mit Gitarren und Marianne Faithfull grummelt mit einem Kinderchor um die Wette. Der Künstler selber nennt dies Electro-Folk. Man könnte es aber auch als überflüssige Singer/Songwriter-Variante beschreiben, die nach einer stilistischen Nische sucht, die es gar nicht gibt.

Am ehesten fällt einem noch der gute Beck Hansen ein, wenn man auf der Suche nach Vergleichen ist. Doch vom beckschen Kreativ-Wahnsinn ist Herr Wolf (noch) ein ganzes Eckchen entfernt. Vielleicht habe ich aber auch gerade überhaupt keinen Bock auf vertonten Kindergeburtstag mit Topfschlagen, Blinde Kuh spielen, lautem Geschrei und aufgeregt umhereilenden Erwachsenen, die aufpassen müssen, dass die kleinen Racker auch ja nichts von der Einrichtung kaputtmachen. Racker, wie der stets recht bunt gekleidete Patrick, bei dem die Geburtstage immer am lustigsten sind. Wahrscheinlich, weil sich die Eltern gar nicht um den kleinen Paddi kümmern…

Anspieltipps:

  • Overture
  • Bluebells
  • Augustine
  • Enchanted
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