Low - Drums And Guns - Cover
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Low Drums And Guns


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Low sollte man leise genießen, denn „Drums and Guns“ birgt Musik zum träumen.

Low ist keine normale Band, auch spielt sie keine normale Musik. Für sie normal ist eine Melange aus leiser Musik und extrem wenigen „Beats per Minute“. Und doch überraschten uns die drei Amerikaner um Alan Sparhawk (Gitarre, Gesang) und Mimi Parker (Schlagzeug, Gesang) ihre Fans mit ihrem letzten Album „The Great Destroyer“ mit einem, wie der Name schon andeutet, eher lauten als leisen Werk. Den Bass bedient übrigens Matt Livingston. Auf dem neuen Album „Drums and Guns“ besinnt sich die Band jedoch wieder auf die alten Tugenden.

„Pretty People“ ist eher ein Intro, als ein richtiger Song, trotz seiner Länge von über drei Minuten. Zu einer Minimalinstrumentalisierung von einer Art verzerrtem Horn und einem später einsetzendem Schlagzeug jault Alan Sparhawk seinen Text. Das folgende „Belarus“ nimmt den Hörer mit auf eine Reise in das ferne Weißrussland. Der Refrain ist so einfach wie genial: „Belaruuuuuuuuus“ – man schließt einfach die Augen und lässt sich mitnehmen.

Alan Sparhawk kommt im Normalfall mit wenigen Worten aus, viel mehr steht in den meisten Songs die Musik im Vordergrund, wenn man das bei Low überhaupt so sagen kann. Doch diese Wenigen Worte treffen den Nagel einfach auf den Kopf, wie zum Beispiel in „Breaker“. Ein über einminütiges Intro steigert die Spannung, bevor er die perfekten Worte zur Musik findet: „It's just a shame / My hand just kills and kills / There's gotta be an end to that.“ Fragen lassen solche Lyrics keine offen.

Mit meist recht unkonventionellen Methoden gestaltet die Band ihre Songs aus. Das reicht vom eben schon angesprochenen Horn in „Pretty People“ bis hin zu dissonanten Orgelklängen im Schlusstrack „Violent Past.“ Das kurze „Your Poison“ überrascht sogar mit einem A cappella Chor. „Hatchet“ spielt auf die ehemals existierende Rivalität zwischen den Rolling Stones und den Beatleas an und fordert auf, das Kriegsbeil zu begraben, zwischen wem auch immer: „You be my Charlie / And I can be your George / Let's bury the hatchet like the Beatles and the Stones“.

Low sollte man leise genießen, denn „Drums and Guns“ birgt Musik zum träumen. Der Schritt zurück zur Musik der früheren Tage von Low zeigt, dass „The Great Destroyer“ eher ein Experiment war. Übrigens ist die Stimme von Mimi Parker im Vergleich zu den letzten Alben nur in einem Song („Dust On The Window“) als Leadsängerin zu hören, was vielen Fans der Band übel aufstoßen könnte.

Anspieltipps:

  • Belarus
  • Breaker
  • Hatchet
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