Dew-Scented - Incinerate - Cover
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Dew-Scented Incinerate


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit ihrer Gründung 1992 haben es Dew-Scented geschafft, sich zu einer DER Thrash-Metal-Institutionen Deutschlands zu mausern. Unterstützt durch zahlreiche Tourneen konnte der Fünfer sich auch Übersee einen Namen machen und dort einige Erfolge einfahren. Natürlich soll der neue Hassbrocken diese Erfolge noch übertreffen, und tatsächlich scheinen Dew-Scented mit (dem natürlich wie alle anderen Alben mit einem „i“ beginnenden) „Incinerate“ keine Gefangenen zu machen.

Nach dem etwas langweiligen Intro prescht „Vanish Away“ mit solch Slayer-artiger Urgewalt aus dem Soundsystem, dass einem fast das Toupet wegfliegt. Das Schlagzeug legt ein irrwitziges Tempo vor, die beiden Gitarristen Flo Müller und Henrik Bache können mit ihren Mörderriffs trotzdem mühelos folgen. Auch Shouter Leif Jensen scheint nichts von seiner Wut eingebüßt zu haben. Neben den Blastbeats haben sich einige langsamere Takte in den Song geschlichen, was auf dem Album eher die Ausnahme darstellt. „Final Warning“ macht da weiter, wo „Vanish Away“ aufhört, überzeugt aber durch die gute Zusammenarbeit zwischen Rhythmus- und Melodieinstrumenten noch ein wenig mehr. Auch „That’s Why I Despise You“ ist technisch einwandfrei, unterscheidet sich jedoch nicht wirklich von seinen Vorgängern.

Womit wir zum Hauptproblem der Scheibe an sich und Dew-Scented im Allgemeinen kommen: Schon immer konnte die Band technisch absolut überzeugen, doch hapert es eindeutig beim Songwriting. Die Songs bleiben alle auf einem ungefähren Geschwindigkeitslevel und auch die Strukturen variieren nicht. Skippt man ein wenig auf der CD herum, kann leicht der Eindruck entstehen, dass man nur verschiedene Teile eines einzigen Songs anspielt. Abwechslung scheint für die fünf Jungs aus dem Norden ein Fremdwort zu sein.

Und so bleibt kaum ein Song hängen, trotz ihrer Brutalität plätschern sie alle am Zuhörer vorbei. Daran können auch die Gastauftritte der Saitenhexer Jeff Waters (Annihilator) und Gus G. (Firewind) bei „Perdition For All“ und von Schreihals Mille Petrozza (Kreator) bei „Retain The Scars“ nichts mehr ändern, obwohl diese Songs sicher zu den besseren gehören. Mit seinem dynamischen Aufbau ist „Now Or Never“ ein wirklicher Ausbruch nach oben.

Am Sound gibt es nichts zu beanstanden, der wurde gewohnt kompetent von Pultmeister Andy Sneap (Machine Head, Killswitch Engage) gemischt und kann daher mit internationalen Bands mithalten. Um einmal dasselbe Niveau wie ihre großen Vorbilder Slayer zu erreichen müssen Dew-Scented allerdings noch mächtig am Songmaterial tunen.

Anspieltipps:

  • Final Warning
  • Perdition For All
  • Now Or Never
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