Shadows Fall - Threads Of Life - Cover
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Shadows Fall Threads Of Life


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Etwas mehr als neun Monate ist es her, seit „Fallout from the war“ das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Da dieser neue Shadows Fall-Output allerdings eher eine Überbrückung darstellte bis komplett neues Material auf die Fans losgelassen wird, da sich die Scheibe nur aus übriggebliebenen Songs aus den Sessions zu „The war within“ (2004) und „The art of balance“ (2002) und drei Cover-Versionen zusammensetzte und somit vorrangig auf Sammler abzielte, waren die Erwartungen an „Threads of life“ dementsprechend größer. Angesichts der jedoch recht schwachen Vorstellung, die Brian Fair (Gesang), Matthew Bachand (Gitarre), Jonathan Donais (Gitarre), Paul Romanko (Bass), Jason Bittner (Drums) und Kuba Kubica (Synthesizer) auf ihrem regulären sechsten Studiowerk abliefern, könnte es gut sein, dass sich die Wartezeit von geschlagenen drei Jahren für den einen oder anderen Fan nicht ausgezahlt haben dürfte.

Dabei versucht „Redemption“ gleich ohne große Umschweife in die Vollen zu gehen, schafft es aber lediglich ein verbrüderndes Treffen mit Trivium und Killswitch Engage anzuberaumen, wobei letztere in „Burning the lives“ auch gleich mal ein paar Gitarrenspielereien unterbringen, die von der Truppe aus Massachusetts allseits bekannt sind. Da knallt „Storm winds“ nach einer gelungenen Riffwand als Intro wesentlich besser, danach regieren hymnische Elemente wie sie Matt Heafy auf „The crusade“ (2006) in überproportionierter Art und Weise untergebracht hat, die erst gegen Ende durch sich gegeneinander aufreibende Gitarren etwas aufgelockert werden. Überhaupt haben es sich Shadows Fall nicht nehmen lassen in jeden Track ein Gitarrensolo einzubauen, das etwa im hinteren Drittel jedes Songs den Ton angibt und mächtig losprescht. Das ist zwar immer wieder erfrischend, aber extrem vorhersehbar und wirkt nach einiger Zeit abgestanden und öde.

Dieses Manko kennt „Failure of the devout“ nicht und drischt den Hörer in aggressiver Hardcore-Manier nach kurzem irreführendem, sanften Vorgeplänkel hinaus an die frische Luft, wo die Gitarren und die Drums auf Sturm schalten und Fair in beißwütiger Manier krächzend seinen Part beisteuert. Der später einsetzende Groove-Part ist zudem keinesfalls von schlechten Eltern und lässt auf eine Kehrtwende der Platte hoffen. Leider wird es damit nichts, da „Venomous“ außer amtlichen Knüppeleinlagen gar kein Ziel vor Augen hat und die nachfolgende Schmachtballade „Another hero lost“ trotz persönlichem Hintergrund (Fair´s Cousin ist im Irak-Krieg ums Leben gekommen) nicht mehr bietet als jede andere 0815-Akustikgitarren-Powerschnulze.

Zum Glück reißt uns „Final call“ mit einem donnernden Bassschlag aus dem Dornröschchenschlaf, nur um kurz danach wieder in hymnische Gefilde aufzubrechen und mit sanftem Hardcore-Touch vor sich her zu plätschern. Wieder einmal ist es ein Gitarrenduell, das den sieben Minuten langen Track vorm Ertrinken rettet, welches etwa ab der Hälfte nach einem ruhigen Intermezzo die Führung übernimmt und in bester Iron Maiden-Manier nach vorne brettert. Ein weiteres Mal in Richtung Triviums „Ascendacy“ (in etwa „Rain“) geht „Dead uprising“ mit einer heftigeren Attitüde als seine Vorgänger, denn allein das Klampfenduell gegen Ende sorgt für nackenbrecherisches Vergnügen. „The great collapse“ versucht als schrammelnder Akustikschmalz „Just another nightmare“ weniger uninspiriert klingen zu lassen, allerdings erst der Abschluss „Forevermore“ haut dermaßen in die Rübe, das die Knochen klappern, was möglicherweise an den Verzierungen der Leadgitarre und den kleinen Patterns des Schlagwerkers liegt.

Alles in allem ist „Threads of life“ aber eine durchwachsene Platte, die nicht wirklich aus sich herauskommen will und äußerst verhalten ihr Majorlabel-Debüt in Übersee bei Atlantic und hierzulande bei Roadrunner abliefert. Wenigstens verzichten Shadows Fall in den ruhigen Passagen während den klar gesungenen Parts auf einen nervigen Emo-Zusatz, den Killswitch Engage auf ihrer letzten Scheibe „As daylight dies“ zum Erbrechen eingeflochten haben. Dafür gab es dort mehr Abwechslung. Außerdem steckte bei Howard Jones & Co. mehr Spielfreude dahinter, die hier nur in den seltensten Momenten (wie etwa den Gitarrensolis) hörbar wird. Man kann anscheinend nicht alles haben.

Anspieltipps:

  • Forevermore
  • Dread Uprising
  • Failure Of The Devout
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