Little Man Tate - About What You Know - Cover
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Little Man Tate About What You Know


  • Label: V2/Rough Trade
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

2006 war das Jahr der Arctic Monkeys, die der in musikalischen Genüssen ohnehin ausreichend gesegneten Stadt Sheffield einen erneuten Aufschwung bescherte, der sich gewaschen hat. Und obwohl die Plattenfirma im Pressetext zu „About what you know“ der ebenfalls aus der englischen Musikhochburg stammenden Little Man Tate mit allen erdenklichen Mitteln versucht die Vorreiterrolle ihrer Landsmänner auszusparen, so muss doch erwähnt werden, dass ohne diese Band mit ihrem schnellverkauftesten Debüt-Album in England (118.000 Alben gingen am Erstveröffentlichungstag über die Ladentische und bislang wurden etwa 2 Millionen Einheiten umgesetzt), „Whatever people say I am, that´s what I am not“ (01/2006), Gruppen wie Milburn oder eben Little Man Tate sicherlich nicht mit dieser Leichtigkeit an Plattenverträge oder überhaupt in den Fokus des Interesses gekommen wären.

Deswegen verwundert es nicht, dass auch Jon Windle (Gesang, Gitarre), Edward Marriot (Gitarre), Ben Surtees (Bass) und Dan Fields (Schlagzeug) auf gitarrenlastige Stücke setzen, welche mit knalligen Singalong-Refrains melodisch und eingängig ihren Weg in sämtliche Ohren suchen und das alles weder glatt gebügelt noch besonders schroff, sondern einfach so wie ihnen der Mund gewachsen ist. Natürlichkeit und offenherziger Slang-Touch ist eben nicht erst seit The Streets oder den arktischen Äffchen ein musisches Markenzeichen.

Im Vergleich zu Alex Turner & Co. haben sich Little Man Tate jedoch nicht auf sozialkritische Studien verfestigt, stattdessen geben sie ungezwungene Geschichten aus dem beschwingten Alltag mit verschmitztem Sarkasmus preis, welche mit tanzbaren Rhythmen und ausgeprägtem Taktgefühl garniert, ein kurzweiliges Vergnügen bieten, das zwar nicht dieselbe Menge an Endorphinen freisetzt wie das Debüt der Arctic Monkeys oder Milburn und außerdem nicht sofort beim ersten Durchgang zündet. Dafür galoppieren die Engländer musikalisch zu gesittet durch Alternative und Indie-Rock und setzen lieber auf „La la la“-Refrains („House party at Boothy´s“) oder die verspielten Gitarren („Who invented these lists?“, „3 day rule“). Trotzdem ist „About what you know“ frischer und abwechslungsreicher als vieles andere, das man in diesem Bereich zurzeit sonst so vorgesetzt bekommt.

Anspieltipps:

  • 3 Day Rule
  • Sexy In Latin
  • Down On Marie
  • Who Invented These Lists?
  • This Girl Isn´t My Girlfriend
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