Simple Plan - No Pads, No Helmets... Just Balls - Cover
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Simple Plan No Pads, No Helmets... Just Balls


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 40 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch im neuen Jahrtausend sind nach wie vor die Auswirkungen sichtbar, die der Hype um die Ende der neunziger Jahre neu aufgeflammte College-Punkrock-Bewegung mit sich brachte. Neben wohlbekannten Vertretern wie blink182, The Offspring oder auch, zumindest in jungen Jahren, Green Day, sprangen auch die Jungs von Simple Plan gegen Ende des Jahrhunderts auf den viel versprechenden Zug in Richtung kommerziellen Punk auf.

Das Erstlingswerk „No Pads, No Helmets… Just Balls“ aus dem Jahr 2002 avancierte in Kanada, den USA und Japan kurz nach Veröffentlichung mit über zwei Millionen verkaufter Platten zum Topseller mit Platinstatus. Jedoch schaffte das Quintett aus Montreal um Pierre Bouvier (Vocals), Chuck Comeau (Drums), David Desrosiers (Bass), Sebastien Lefebre und Jeff Stinco (Guitars) erst 2004 mit seinem zweiten Album „Still Not Getting Any…“ den Durchbruch in Europa.

„No Pads, No Helmets… Just Balls“ kommt in gewohntem Punkformat daher: 12 Tracks, gute 40 Minuten Spielzeit – das sieht nach altbewährten Rahmenbedingungen aus. Der Opener „I’d do anything“ bedient sich auch sogleich prominenter Unterstützung, findet sich doch blink182-Basser Marc Hoppus als stimmliche Verstärkung im Refrain wieder. Der Charakter der Nummer – flottes Tempo, kraftvolles Voicing – passt zum Auftreten der Band. So merkt man recht schnell, dass diese Art von Tracks („You don’t mean anything“, „My alien“) zumindest musikalisch die Stärke von Simple Plan sind – tiefgründige Texte sucht man meist vergeblich. Oftmals sind die Inhalte einfach zu banal, die Themen zu oft besungen worden. So wünscht man dem ein („The worst day ever“) oder dem anderen („Addicted“) Song, dass Pierre Bouvier vielleicht lieber in Französisch, statt dem teilweise doch recht gequält wirkenden Englisch sänge.

Ein Lichtblick stellt die erste Singleauskopplung „I’m just a kid“ dar: Ein gut geeignetes Lied, um sich im Refrain den alltäglichen Frust von der Seele zu brüllen, sofern man das entsprechende Alter noch nicht allzu lange hinter sich weiß. Insgesamt adressiert die Band ihr Debüt an die jüngere Klientel, beschreiben doch viele Songs („God must hate me“, I won’t be there“, „Perfect“) eher Problemchen jüngerer Zuhörer. Die obligatorische Ballade („Meet you there“) darf natürlich auch nicht fehlen, weiß aber leider keineswegs zu überzeugen. Nervige Drums tun hier ihr Übriges.

Insgesamt drängt sich an vielen Stellen der Eindruck auf, das musikalisch viel mehr möglich wäre, die Band aber lieber auf Bewährtes setzt. Vielen guten Gitarrenriffs („You don’t mean anything“) stehen allzu plakative Einfallslosigkeiten gegenüber. Die Akustiknummer „One day“ ist solides Mittelmaß, kann man hier doch wenigstens einmal amüsiert dem Text lauschen. Unterm Strich bleibt somit nicht sonderlich viel Neues übrig, dessen sich Simple Plan rühmen kann.

Zweifelsfrei ist musikalisch mehr Potenzial vorhanden, welches es auszuschöpfen gilt. Vor allem in Bezug auf die Inhalte wäre einer Weiterentwicklung dringend notwenig, da der textliche Level einfach zu unausgereift ist. Der hier gebotene Pop-Punk ist im Sinne des Bandnamens einfach zu simpel, zu oft gehört, zu oft kopiert. Die Eingängigkeit der Songs und die ein oder andere originelle Idee bewart die Jungs aus Montreal allerdings vor der endgültigen Planlosigkeit.

Anspieltipps:

  • I’d do Anything
  • You don’t mean Anything
  • I’m just a Kid
  • My Alien
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