Soulsavers - It´s Not How Far You Fall, It´s The Way You Land - Cover
Große Ansicht

Soulsavers It´s Not How Far You Fall, It´s The Way You Land


  • Label: V2/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das neue Werk der Seelenbeschützer ist zweifelsohne zu groß und bedeutend, um es in irgendeine Schublade stecken zu können.

Das im Jahre 2003 veröffentlichte Debüt „Tough Men Don’t Dance“ der beiden Briten Ian Glover und Rich Machin, kurz Soulsavers, wurde von vielen Musikliebhabern der TripHop Richtung zugeschrieben. Vier Jahre später erscheint nun „It’s Not How Far You Fall, It’s The Way You Land“. Und die erneute Verwendung des Begriffes TripHop löst auch diesmal bei Soulsavers Mastermind Machin ein Gefühl des Unbehagens aus. Wenn überhaupt eine Umschreibung notwenig sei, könne man ihre Art von Musik als „Gospel with a rocking edge“ zusammenfassen. Und das neue Werk der Seelenbeschützer ist zweifelsohne zu groß und bedeutend, um es in irgendeine Schublade stecken zu können. Ein Cinematische Atmosphäre, in der Gänsehaut verursachende Gospelchöre und Morricone-Gitarren Co-Regie führen. Denn der eigentliche Regent dieser großartigen Platte ist kein geringerer als Seattle-Legende Mark Lanegan (Screaming Trees, Queens Of The Stone Age). Sein rauchiger Bariton liegt wie ein dunkler, kneifender Mantel über acht der zehn Stücke dieses Albums.

Lanegan meets Gospelchor. Schon beim ersten Song „Revival“ wird man in eine erschaudernde Atmosphäre hineingezogen und findet sich in einer mit Kerzen und Gospelsängern dekorierten Kirche wieder. „Ghost Of You & Me“ beeindruckt ebenfalls durch die tiefen Stimmlagen Lanegans. Er kämpft sich durch einen finsteren, unheimlichen Klangwald, in dem vereinzelt, die mit Piano untermalten und hypnotisch anmutenden Rhythmen der beiden Soulsavers hinter riesigen Bäumen hervorspicken. Einschüchternd, verstörend, fesselnd. Der düstere und bedrohliche Beat auf „Paper Money“ wird durch einen chaotischen, von Stimmen überzogenen Refrain besänftigt, während Lanegan auf dem leisen, berührenden und intimen „Spiritual“, über die nicht erwiderte Liebe klagend, tief säuselnd Wehmut versprüht. „Kingdoms of Rain“ hat sich irgendwo in einer düsteren und verborgenen Welt verloren. Aber die hell erleuchtete Akustikgitarre weist schließlich doch noch den Weg hinaus aus dem Dunkel. „Jesus Of Nothing“ wiederum ist einfach nur spannend und das Neil Young Cover „Through My Sails“ überrascht durch eine unerwartete Kollaboration von Mark Lanegan und Bonnie ‚Prince’ Billy aka Will Oldham. Tiefer Bariton trifft auf hohen Gesang. Und so unterschiedlich diese beiden Stimmen auch sind, so unglaublich sicher harmonieren sie hier miteinander und bereiten ein erhabenes Hörerlebnis.

Auf „It’s Not How Far You Fall, It’s The Way You Land“ werden musikalische Ketten gesprengt. Es ist ein reinigendes, in den Abgründen der menschlichen Seele rumorendes und sich festkrallendes Meisterwerk. Keine Trendplatte, die irgendwelche Klischees bedienen will. Sondern vor allem ein überzeugendes, und durch die einzigartige Stimme Lanegans veredeltes Gospelalbum. Große getragene Klänge treffen auf rauchige reuevolle Balladen, die wie gemacht scheinen für die Morgendämmerungen dieser Welt.

Anspieltipps:

  • Revival
  • Paper Money
  • Spiritual
  • Through My Sails
Neue Kritiken im Genre „Rock“
7/10

Lost On The Road To Eternity
  • 2018    
Diskutiere über „Soulsavers“
comments powered by Disqus