The Ponys - Turn The Lights Out - Cover
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The Ponys Turn The Lights Out


  • Label: Matador Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

The Ponys sind aus ihrer Garage ausgebrochen, um sich endlich auf der größeren und weitläufigeren Rock'N'Roll-Koppel auszutoben. Und sie haben gut daran getan „Turn The Lighs Out“ diese künstlerische Freiheit zu gönnen. Wurden The Ponys nach ihrem Debüt „Laces With Romance“ noch als die Schmuddelpunkkapelle der Stunde gehandelt, hatten sie bereits mit dem darauf veröffentlichen „Celebration Castle“ den Garagenrocksattel ganz fest gezurrt und wurden im selben Atemzug mit Joy Division oder den Stooges genannt.

Mit ihrem neuem Album, machen sich die die vier aus Chicago nun an die Arbeit, den Rock N’Roll zu satteln und ihm heftig die Sporen zu geben. Das Ergebnis ist ein rasanter Ritt durch die Geschichte der Rockmusik. Ohne jedoch die in ihren Satteltaschen verstaute und jederzeit verfügbare, schrammelnde und rumpelnde Vergangenheit aus den Augen zu lassen. Die Tracks von „Turn The Lights Out“ bewegen sich zwischen dem Twang der 60er und den Indiesounds der Neunziger Jahre. Immer wieder angereichert durch musikalische Querverweise auf auch noch heute gern berittene Ackergäule, wie Led Zeppelin oder Pink Floyd.

Hier auf der rockigen Kuppel scheinen sich die Ponys wohl zu fühlen. Bei „Double Vision“ reitet Quentin Tarantino nebenher und notiert sich diesen coolen und mit eingängigem Gitarrenriff versehenen Song, als mögliches Stück für seinen neuen Film. Ob die auf „Small Talk“ aus jeder Himmelsrichtung ertönenden, entstellten, fiependen und bretternen Gitarren oder die scheppernden Saiten auf dem relaxt herantrabenden „1209 Seminary“. Die verzerrenden Gitarrensporen werden auf den zwölf Stücken der Platte gnadenlos durchgetreten. Natürlich ohne dass das Pony auf irgendeiner Weise darunter zu leiden hätte.

„Harakiri“ klingt so wie der Name es verspricht. Wummernde Drums, zerquetschte Gitarrentöne und herabstürzende Soundsegmente lassen hier diese eigentlich martialische und unmenschliche Angelegenheit lässig und cool erscheinen. Bei „Maybe I’ll Try“ gehen mit den Ponys dann auch einmal die Pferde durch. Der zweistimmige sich überlagernde Gesang treibt uns den Rock N’ Roll bis unter die Haarspitzen. Und wenn es dann etwas zu gemütlich zu werden scheint, wird dem Pony kurzerhand eine Dosis Ephedrin verabreicht. Am lebendigen Tier aufs Härteste zu verurteilen. Auf „Turn The Lights Out“ aber gern gehört. Verstörend und psychedelisch galoppieren „Exile On My Street“ und „Pickpocket Song“ quer über die Musikprärie.

Trotz der mitunter dreisten Selbstbedienung am Wassertrog der Rockgeschichte ist mit großer Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass The Ponys ihre nächste Veröffentlichung dann bereits für das große Rockmusik Derby angemeldet haben. Und dort wird dieses dann sicherlich mit einer sehr hohen Quote auf das Erreichen der vordersten Plätze in den Startlöchern stehen.

Anspieltipps:

  • Double Vision
  • Small Talk
  • Ten Years Ahead
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