Dee Dee Bridgewater - Red Earth - Cover
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Dee Dee Bridgewater Red Earth


  • Label: Emarcy/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 65 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine wichtige Mitteilung vorab: Wer nicht offen für neue Musik ist, dem ist Dee Dee Bridgewaters “Red Earth” nicht zu empfehlen. Denn „Red Earth“ verlangt Offenheit und Liebe zur Musik, man muss mit ganzem Herzen zuhören können. Wer dazu in der Lage ist, kann sich auf eine einzigartige Reise zu der Verschmelzung von Jazz und dem Sound aus dem wunderschönen Land Mali, dem Blues, freuen. „Seit ein paar Jahren spüre ich tief in meinem Innersten, dass ich meine afrikanischen Wurzeln finden muss.“, erzählt Dee Dee Bridgewater über ihr neue Projekt, „Also hörte ich mir Musik aus verschiedenen schwarzafrikanischen Ländern an, in der Hoffnung, dass mich eine von ihnen mit einer besonderen spirituellen Kraft ansprechen würde. Und genau das tat die Musik aus Mali.“

Diese spirituelle Kraft kann man eindeutig in den insgesamt 12 Liedern spüren. „Red Earth“ ist damit eines der bemerkenswertesten Jazz-Alben mit afrikanischen Klängen und Rhythmen seit langer Zeit. Für dieses musikalische Abenteuer ist Dee Dee Bridgewater allerdings nicht alleine verantwortlich. Sie holte sich neben vielen anderen Künstlern auch den malischen Musiker und Blueskenner schlechthin, Bassekou Kouyate, mit ins Boot. Auch Keyboarder Cheick Tidiane-Seck, der bereits das „Sarala“-Album von Jones koproduziert hat, stand der Sängerin Dee Dee Bridgewater bei ihrem „Red Earth“-Projekt in Mali zur Seite.

Ihr Vorhaben, zu den „eigentlichen Wurzeln des Jazz und Blues“ sowie ihrer eigenen Geschichte als Afro-Amerikanerin vorzudringen, ist Dee Dee Bridgewater mit „Red Earth“ eindrucksvoll gelungen. Sinnliche, afrikanische Rhythmen von Vieux Touré & Djelimady Tounkara mit der Gitarre, Toumani Diabaté mit seinem einzigartigen Kora-Spiel, Ali Wagué an der Peul-Flöte, Kélétigui Diabaté mit dem Balafon und Baba Sissoko an der Tamani-Trommel, Dee Dee Bridgewaters wunderschöne Jazzstimme und die weiteren Sängerinnen und Sänger Oumou Sangaré, Tata Bambo Kouyaté, Kasse Mady Diabaté und Ramata Diabaté, die der Frontfrau tatkräftig zur Seite stehen, machen das Projekt-„Red Earth“ zu einem herausragenden musikalischen Hörgenuss.

Für die Jazzmusik sind, neben Bridgewater, ihr derzeitiges Trio, bestehend aus dem Pianisten Edsel Gomez, dem Bassisten Ira Coleman sowie dem argentinischen Schlagzeuger und Perkussionisten Minino Garay, verantwortlich. Gemeinsam kreieren sie das einzigartige Projekt „Red Earth“, das aus voller Liebe und Schönheit der eigenen Wurzeln besteht. Die Zusammenstellung setzt sich vor allem aus traditionellen Mandingo-Stücken aus Mali zusammen, doch Dee Dee Bridgewater hat in ihrer Experimentierfreudigkeit ebenfalls neue Versionen von vier Jazzklassikern erstellt: Nina Simones „Four Women“, Mongo Santamarias „Afro Blue“, Wayne Shorters „Footprints“ und der durch Les McCann und Eddie Harris bekannt gewordene Gene McDaniels-Song „Compared To What“.

Mit einer hervorragenden Mischung aus afrikanischen Klängen und Jazzgesang, fügt sich Dee Dee Bridgewater mühelos in die Sparte „experimentierfreudige Pop-, Rock-, Blues- und Jazzmusiker“ ein, die zuvor bereits von Künstlern wie Ry Cooder, Taj Mahal, Bonnie Raitt, Bruce Cockburn, Corey Harris, Markus James und Damon Albarn belegt wurde. Alltag abschalten, entspannen und von der Musik leiten lassen – ein musikalisches Abenteuer auf der Suche nach den afrikanischen Wurzeln. Dee Dee Bridgewater hat ihr Vorhaben mit „Red Earth“ definitiv erreicht.

Anspieltipps

  • Afro Blue
  • Oh, My Love
  • Red Earth
  • Compared To What
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