Redman - Red Gone Wild: Thee Album - Cover
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Redman Red Gone Wild: Thee Album


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 74 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Reeeeeeed is back! Yessir, nach einer Wartezeit von sechs Jahren, setzt Redman seinen HipHop-Eroberungszug fort und ist in besserer Verfassung, als je zuvor. Der Titel „Red Gone Wild: Thee Album“ hätte dabei nicht trefflicher gewählt werden können. Redman beweist, dass HipHop nicht immer ernst, frauenfeindlich und gewalttätig sein muss, sondern auch durchaus einem Komiker Freiraum lässt. Gewohnt lässig und lustig repräsentiert Redman die HipHop-Seite, die sich definitiv nicht in einer Krise befindet. Crazy, as always, und treffsicher zugleich, rappt Red jeden Beat in Grund und Boden und übertrifft seine letzte LP „Malpractice“ in hohem Bogen. Dass er sich die letzten sechs Jahre nicht nur in Coffee Shops aufgehalten hat, beweist die beeindruckende Feature-Liste von „Red Gone Wild“. Es gibt freshe Beats von Producer Timbaland, Pete Rock, Eric Sermon, Rockwilder und Scott Storch. Daneben tummeln sich Gast-Artists von Langzeit-Homie Method Man über Snoop Dogg, Nate Dogg, Melanie Rutherford und Hurricane G bis E3, Biz Markie und seine bouncenden Def-Squad-Kollegen Keith Murray und Erick Sermon.

Reggie Nobles neuer Longplayer beginnt mit dem Opener “Fire”, sowie dem darauffolgenden Track „Bak Inda Buildin“. „I’m spittin’ my rhymes / it’s the Doc, I’m back in the business“, rappt Redman über den mächtigen Beat und macht klar: Jetzt geht es los, Red is back! Einen typischen Timbaland Beat mit Get-Low-Feeling bekommt der Hörer gleich mit der ersten Single „Put It Down“ auf die Ohren. Wo bei Timbos einfachem Beat gespart wird, haut in dem darauffolgenden „Gimmie One“ Producer Pete Rock mächtig auf den Putz. Ein verspielter Beat mit einer Portion Jazz und Groove trifft auf Redmans göttlichen Flow – what more can I say?

Nach einem kurzen Skit, der wie die restlichen beiden, eher unnötig ist, geht es mit „Sumtn 4 Urrbody“ weiter. Hier stellt Redman einige neue Talente, wie zum Beispiel Blam, Runt Dog, Icadon und Saukrates vor, die sich durchaus sehen lassen können. Der Beat ist sehr clubtauglich, dürfte aber auch beim Autofahren ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. Deutlich funkiger wird es mit dem von Rockwilder produzierten „How U Like Dat“ featuring Gov Mattic. Beat und Rap sind perfekt und man wünscht sich sogleich eine Tanzfläche herbei. Schade ist nur, dass der Song relativ kurz ist.

Wer glaubt, dass Red es jetzt etwas langsamer angehen lässt, hat sich geirrt. Es folgt sofort der nächste Clubbanger „Freestyle Freestyle“ mit eingängigem Refrain und einem leichten Scott Storch Beat. Doch was danach folgt, ist noch besser. Die gesamte Def-Squad-Family mit Altmeiser Keith Murray, Erick Sermon und natürlich Redman nehmen hinter dem Mic Platz und setzten mit dem Support von Biz Markie noch einen oben drauf. Der ebenfalls von Eric Sermon produzierte Track groovt und die Def-Squad-Familie präsentiert ein geniales Comeback.

Holla at ya boy, denn Redman aka The Doc ist nicht mehr zu stoppen. Unterstützt von Soulsängerin Melanie Rutherford, die eine wirklich beeindruckende Stimme aufweist, flippt Redman in „Watchoogonnado“ komplett aus. Produziert ist dieses Meisterwerk, das förmlich auf der Zunge zergeht, von Da Mascot. In die Old-School-Szene schlägt Redman mit „Dis iz Brick City“ featuring Ready Roc zu und beginnt den Track mit einem Sample von “You’re The Joy Of My Life” von Millie Jackson. Der etwas langsamere gehaltene Track überzeugt mit einer hervorragenden Hook von Ready Roc und natürlich Redmans Top-Form.

But the party goes on und das nächste Meisterstück lässt nicht lange auf sich warten. Ein Beat von Eric Sermon, ein Sample von „Right Now Right Now“ von Al Green und ein Redman, wie wir ihn kennen und lieben – „Rite Now“ ist Hörpflicht. Das anschließende „Blow Treez“ mit Homie Method Man und Ready Roc zeigt: Redman got Reggae! Das verwendete Bob Marley Sample „The Sun Is Shining“ macht das Feeling perfekt. Doch Redman kann auch langsam rappen. In dem von Vitamin D produzierten „Pimp Nutz“ beweist The Doc, dass er auch auf einem langsamen Pianobeat seine Reime tierisch cool und gelangweilt loslassen kann. An Relaxness ist dieser Track kaum zu überbieten. Mit „Hold Dis Blaow“ zieht Redman einen weiteren Clubbanger aus seiner Tasche und rappt über einen gewaltigen Beat von Rockwilder.

Den ersten kleinen Fehltritt gibt es mit „Get Em“ featuring Saukrates und Icadon. Obwohl Redman hier einen sehr guten Rap auf den Tisch legt, ist der von Tha Chill produzierte Beat zu verspielt und leicht nervtötend. Doch natürlich macht unser Doc in dem darauffolgenden „Merry Jane“ alles wieder wett. Ein Beat von Rockwilder und eine Unterhaltung zwischen Red und Snoop über Drogen mit einem gewohnten Monsterhook von Nate Dogg – noch Fragen?

Zum Abschluss haut uns Redman seine bekannte Soopaman Luva-Ära um die Ohren, dieses Mal mit Teil 6 und 6½. Folge 6 watet mit einem erneuten Eric Sermon Beat sowie einem Feature von E3, Hurricane G und Melanie Rutherford auf. Etwas rockiger und düsterer wird es mit Folge 6½ zusammen mit Hurricane und Melanie Rutherford. Beide Tracks sind gut, zählen allerdings nicht zu den Stärksten von „Red Gone Wild: Thee Album“. Wer die Decke noch nicht am Brennen hat, wird nach dem letzten Song „Suicide“ definitiv the roof on fire haben. Der Clubbanger mit einem technolastigen Beat ist ein ehrenvoller Abschied für Redman und macht Laune auf mehr stuff von The Doc. Und ich kann Euch beruhigen, laut Redman, folgt noch in diesem Jahr sein neues Album „Muddy Waters 2“. So stay tuned!

Anspieltipps

  • Put It Down
  • Gimmie One
  • How U Like Dat
  • Walk In Gutta
  • Wutchoogonnado
  • Merry Jane
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