Gods Of Blitz - Reporting A Mirage - Cover
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Gods Of Blitz Reporting A Mirage


  • Label: BPX1992/SonyBMG
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Potz Blitz. Vier Kreuzberger Jungs machen sich auf, in die Fußstapfen von Franz Ferdinand und Co zu treten. Jens Freudenberg (Gitarre), Olli Wong (Gitarre), Jakob Kiersch (Drums) und Sebastian Barusta Gäbel (Vocals, Bass) sind seit 2004 als Gods Of Blitz unterwegs und bringen nach ihrem Debüt „Stolen Horses“ bereits den zweiten Longplayer innerhalb von zwei Jahren unter das Musikvolk. Workaholics, könnte man meinen, wenn man sich den rasanten Verlauf ihrer noch jungen Bandkarriere vor Auge und Ohr führt. Mit der Unterstützung des von den Fantastischen Vier ins Leben gerufene, mittlerweile mit dem Major EMI kooperierenden Label Four Music, schafften es die vier Berliner bereits ins Vorprogramm von Maximo Park, begleiteten die australischen Wolfmother bei ihrer Tour und spielten vergangene Saison auf den größten deutschen Festspielbühnen, wie dem Hurricane, Southside, Taubertal oder Frequency Festival.

Trotz internationaler Anerkennung, haben sie den großen nationalen Wurf noch nicht landen können. Dies könnte unter anderem auch an den von vielen Kritikern bemängelte Uneigenständigkeit ihres musikalischen Schaffens liegen. Und dieser Einwand scheint nach dem ersten Hören von „Reporting A Mirage“ nicht grundlos an den langen BritPop/Rock-Haaren herbeigezogen zu sein. Aber ist ihre Musik deswegen gleich weniger verträglich, als die ihrer stets mit cooler Attitüde versehenen und ach so trendy vermarkteten Rockkollegen?

Der erste Song des Albums „New Wave Wipe-Out ist ein mit treibendem Schlagzeugspiel und swingendem Riff versehener Popschelm, der sogleich Lust auf mehr macht. „I Know That You Known That I Know“ knistert nur so vor aufgeladener Energie und ist durch seine schmissige und pulsierende Melodie mit Sicherheit die neue, herzlichst zum Pogen einladende Springhymne künftiger Live-Auftritte. Und das die immer wieder aufkommende Wiederverwertungskritik ihnen nicht allzu sehr auf ihr künstlerisches Gemüt zu schlagen scheint, demonstrieren sie ungeniert auf dem Franz Ferdinand Klon „A Life Replica“ Die doch erstaunlichen Parallelen mit dem Durchbruchshit der Schotten „Take Me Out“ scheinen dem Tracknamen nach schlicht unausweichlich zu sein.

Ebenso wie der markante und durchziehende, sehr an Iggy Pops Meilenstein „The Passenger“ erinnernde Gitarrenriff in „Times Of Paranoia“. Auch hinterlassen „The Human Race“ und das punkig um Kreuzberger Ecken schlendernde „Security“ den Eindruck, dies alles schon mal von den Herren Strokes, Hives oder auch den befreundeten Beatsteaks frei Haus geliefert bekommen zu haben. Aber trotz einiger, unüberhörbaren (gewollten oder auch ungewollten) Parallelen mit eben genannten Bands, sind die meisten Lieder dennoch überdurchschnittlich gut und mit einem ausgiebigen Hörspaßfaktor versehen. Auf der anderen Seite gehören Songs wie „Modern Creation“, „Think About The Missing Link“ und der Titeltrack „Reporting A Mirage“ nur zu unscheinbarem musikalischem Mittelmaß, der den Gesamteindruck einer ansonsten durchaus soliden Rockplatte leider ein wenig abschwächt.

Aber wenn Gods Of Blitz weiter in diesem fulminanten Tempo ihrer Arbeit nachgehen, werden sie noch häufig die Gelegenheit haben, sich den von ihren Kritikern aufgedrückten Stempel einer Kopierkapelle, im wahrsten Sinne ab- und wegzurocken.

Anspieltipps:

  • New Wave Wipe-out
  • I Know That You Know That I Know
  • Times Of Paranoia
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