Daath - The Hinderers - Cover
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Daath The Hinderers


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

„We´ve been working on this record, writing and recording it since 2004” erklären Daath aus Atlanta, Georgia über ihr Debüt „The Hinderers” und das hört man dem Album in jeder Minute an. Diese waghalsige Mischung aus Rock, Pop, Electro, Death, Thrash und Black Metal fällt einem sicher nicht von heute auf morgen ein. Das sich trotzdem ein paar fragwürdige Aspekte mit eingeschlichen haben, stört unterm Strich so gut wie gar nicht, denn so spielerisch wie Sean Farber (Gesang), Emil Werstler (Gitarre), Eyal Levi (Gitarre), Jeremy Creamer (Bass), Mike Kameron (Keyboard) und der Ex-Chimaira Drummer Kevin Talley, der sich hier wesentlich besser einfügt als bei den Thrash Metallern aus Cleveland, mit den Stilen umgehen, lässt die eine oder andere bescheuerte Idee sofort vergessen.

Da wäre zum einen das seltsame „Who will take the blame?“, das total durchgeknallt mit fiependen Samples und spacigen Elementen herumexperimentiert, und zum anderen „Dead on the dance floor“, das nicht nur einen stinknormalen Refrain (für sonstige Death-Metal-Verhältnisse) anbietet, sondern zusätzlich mit piependen Synthies aufwartet, die zwar immer wieder von Farber und Co. in Grund und Boden geknüppelt werden, aber trotzdem mehrmals eine ekelhafte Rückkehr feiern, das die Skip-Taste unbedingt in Griffweite gehalten werden sollte. Mit derartig experimentellen Ansätzen werden sich mit ziemlicher Sicherheit nicht alle Metalheads anfreunden können, selbst wenn die Band beteuert „In extreme metal there´s no real groove“.

Dafür überzeugt der bunte Mix der restlichen Kompositionen. Der Opener „Subterfuge“ mausert sich zu einem einwandfreien Death´n´Roll-Stampfer, der es anscheinend mit der gesamten One Man Army mit seinem Undead Quartet aufnehmen will, während „Cosmic forge“ und „Under a somber sign“ mit balladesken Untertönen und klassischer Unterstützung auftrumpfen. Den Tracks zugute kommt vor allem die zwischen Valle Adzic (Impious) und Johan Hegg (Amon Amarth) pendelnde Stimme Farbers, der dadurch sowohl tiefe Growls einwebt als auch krächzend seinen Beitrag leistet. Weiters ist die Verwendung von bombastischen Versatzstücken eine willkommen und erfrischende Abwechslung, wie z.B. in „Festival mass soulform“, das nicht an Orchesterarrangements spart und Breakdowns mit Paukenschlägen garniert, oder der durch ein Streicherensemble getragene Abschluss „The hinderers“, wodurch der eine oder andere Moment nicht von ungefähr an Cradle Of Filth erinnert.

Zwischen diesen Tracks gibt es immer wieder ordentlich eins auf die Glocke ohne jeglichen Schickschnack. „Above lucium“ macht sich in dieser Weise besonders durch sein Schlagzeug bemerkbar und „War born“ zertrümmert innerhalb seiner gerade einmal zwei Minuten jegliche Samples zu Staub, hämmert unbeirrt nach vorne und präsentiert sich als kompromissloser Death Metal, der in den letzten zehn Sekunden sogar noch einen Zahn zulegt um auch ja keine Sekunde zu spät übers Ziel zu brettern. Produziert wurde das Ganze von James Murphy (Death, Obituary, Disincarnate, Testament), Colin Richardson (Bullet For My Valentine, Machine Head, Cradle Of Filth, Fear Factory) befand sich hinterm Mischpult und das macht dann „The hinderers“ letzten Endes zu einem Death-Metal-Output, der seine Fühler in die verschiedensten Richtungen streckt, auch wenn diese nicht immer ganz schlüssig und sinnvoll sind.

Anspieltipps:

  • Ovum
  • Cosmic Forge
  • Above Lucium
  • War Born
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