Hilary Duff - Dignity - Cover
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Hilary Duff Dignity


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Wesentlich interessanter und auf den Punkt gebracht, als die vorangegangenen Teenie-Alben ist „Dignity“ allemal.

Vom Teenie-Star zur erwachsenen Frau. Ein Sprung, den bereits viele gewagt, aber nicht geschafft haben. Es genügt ein Blick hinüber zum ehemaligen Pop-Prinzesschen Britney Spears, die sich gerade abmüht zurück ins Business zu finden und nichts anderes vollbringt als gelegentlich oben ohne aufzutreten um im Gespräch zu bleiben, um kurz danach wieder die geläuterte tiefkatholische Kirchenmaus abzugeben. „I´m not a girl, not yet a woman“ traf es da wohl am Besten, ist die mittlerweile 26jährige schließlich nichts anderes als ein Abziehbild ihrer selbst geworden. Bei der gerade über ihre Volljährigkeit hinausgeschossenen Hilary Duff gibt es allerdings noch so etwas wie Würde, wie sie unmissverständlich mit ihrem dritten regulären Albumtitel preisgibt.

Was das Mädel jedoch auf „Dignity“ anstellt um sowohl ihrem Ex-Freund Joel Madden der Pop-Punker Good Charlotte und der angestammten Presse eins reinzuwürgen, entbehrt jeglicher Erwartungshaltung, die nach der seelenlosen Plastik-Pop-Zusammenstellung „Most wanted“ (11/2005) praktisch nicht mehr vorhanden war. Hip Hop-Beats mit Pop-Appeal, die einen kräftigen Schuss R&B und Dance abbekommen haben, heißt die Devise, die den Kinderstar von einer erwachseneren Seite zeigen soll.

Damit dieses Unterfangen nach drei mehrfach platinveredelten Scheiben am Puls der Zeit vonstatten geht, hat sich Fräulein Duff mit einer ganzen Palette an Songschreibern und Produzenten wie Kara Dioguardi (Gwen Stefani, Pussy Cat Dolls, Enrique Iglesias, Kelly Clarkson), Chico Bennett & Richard Vission (Madonna, Usher, Killers), Tim & Bob (Nas, Madonna, Jennifer Lopez), Vada Nobles (Rihanna, Lauryn Hill, Faith Evans, Natasha Bedingfield, Warren G), Fredwrecke (Snoop Dog, Eminem, Fergi), Will.I.Am von den Black Eyed Peas und Rhett Lawrence (Melanie C., Black Eyed Peas, Kelly Clarkson) zusammen gesetzt, die der 19-Jährigen ein neues musikalisches Gesicht verpasst haben.

Da schauen unter anderem die Pussycat Colls und Destiny´s Child vorbei („Stranger“, „Gypsy woman“), Gwen Stefani spendiert holpernde, zappelnde Beats („Between you and me“) oder Disco-Queen Kylie Minogue („Danger“, „Never Stop“) und die Sugababes („No work, all play“) standen Pate für die Grundideen des einen oder anderen Tracks. Dennoch nervt ein Song („Dreamer“) ganz extrem durch die Endlos-„Bam bam bam“-Schleife, die Miss Duff zum Besten gibt und „Burned“ präsentiert sich bestenfalls als klappriges Songgerüst, dem noch die richtige Würze fehlt.

Ein besonderes Gustostückerl ist die Abrechnung mit Joel Madden, die sich textlich wie folgt niederschlägt: „I´m happy and I can thank myself / If it were up to you I´d be in my bed crying / But I´m happy and I know that makes you sad / After all the things you put me through / I´m finally getting over you“ - Gegen Schluss bricht Hilary wieder in rockigere Gefilde aus wie man es von ihr gewohnt ist („Outside of you“, „I wish“), allerdings ohne in Banalitäten abzudriften, um mit „Play with fire“ das endgültige Ende im Dance-Kleid einzuläuten. In diesem Sinne gewinnt die Lizzy-McGuire-Darstellerin zwar keinen Innovationspreis, aber wesentlich interessanter und auf den Punkt gebracht, als die vorangegangenen Teenie-Alben und der mancher genreverwandter Kollegin, ist „Dignity allemal.

Anspieltipps:

  • Happy
  • Dignity
  • Gypsy Woman
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